Ahlhorn - Da gilt es den Knopfdruck auf’s Druckersymbol genau zu überlegen: Die Unterlagen für das geplante Baustoffzentrum auf dem Metropolpark Hansalinie in Ahlhorn sind weit mehr als 1000 Seiten stark. Wer sich sich den imposanten Lesestoff in einer 151 MB starken Datei nicht von der Homepage des Gewerbeaufsichtsamtes Oldenburg herunterladen will, kann auch einfach ins Großenkneter Rathaus gehen. Hier liegen seit Montag die kompletten Antragsunterlagen noch bis zum 15. April zu den Öffnungszeiten aus.
Die Pläne der Transport- und Baustoffhandelsgesellschaft mbH Lüderitz (TBL), einer Firma der Bunte-Gruppe, für das Recyclingzentrum sorgen seit Monaten für Diskussionen in Ahlhorn. Insbesondere verweisen Kritiker auf die zusätzliche Verkehrsbelastung für den Ort. Diese Bedenken haben jüngst die Politiker aufgegriffen und auf Antrag der CDU den Wunsch an den Bürgermeister formuliert, ein Verkehrskonzept für den Ort Ahlhorn zu entwickeln, um ihn vor weiterem Schwerlastverkehr zu bewahren.
Angesichts dieser Bedenken aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens dürfte so mancher Ahlhorner wohl mit der Stirn runzeln, wenn er folgenden Satz in der Kurzbeschreibung des Antrags liest: „An dem verkehrstechnisch optimalen Standort Ahlhorn ist die gute Anbindung durch das Netz an Autobahnen und Bundesstraßen in jede Richtung der Region auf kürzestem Weg gegeben.“ Verwiesen wird auf die westlich des Baustoffzentrums gelegene Landesstraße 870. Die Anlage ist im nordwestlichen Bereich des einstigen Fliegerhorstes geplant.
Als weiteres Plus in der Verkehrsanbindung wird die „direkte Anbindung an das Schienennetz der Deutschen Bahn“ genannt. Die verkehrliche Anbindung der sich auf dem Gelände des Metropolpark-Hansalinie befindlichen und betriebenen rund zwei Kilometer langen Gleisanlage der Betriebsbahn erfolge über den Bahnhof in Ahlhorn, heißt es.
In dem Antrag finden sich die prognostizierten Verkehrsströme pro Tag am Standort des Metropolparks Hansalinie. Demnach gab es im Herbst 2014 täglich 32 Ein- und 33 Ausfahrten von Autos sowie 47 Ein- und 50 Ausfahrten von Lastwagen.
In der Endausbaustufe des Baustoffzentrums im Jahr 2025 mit bis zu 500 000 Tonnen Durchsatzmenge liegen die Zahlen laut Prognose gravierend höher: bei täglich 89 Ein- und 90 Ausfahrten von Pkw sowie bei 110 Ein- und 113 Ausfahrten von Lastwagen.
