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Denkmal Verlorener Sohn kehrt in Bronze zurück

Stephan Onnen

Holle - Die russische Kaiserin Katharina die Große (1729 bis 1796) nannte Burchard Christoph Graf von Münnich einen „Vater des russischen Reiches“. Heute jedoch ist der Ruhm des einstigen Feldmarschalls und Politikers, der im Mai vor 330 Jahren in der Vogtei „Wüstenland“ der Grafschaft Oldenburg geboren wurde, in seiner Heimat verblasst. „Mir ist kein Denkmal, kein Gemälde, kein öffentliches Gebäude bekannt, das hier an ihn erinnert“, sagt der Huder Dr. Ulrich Wilke.

Gegen dieses Vergessen des bedeutenden Staatsmannes, der im 18. Jahrhundert in ganz Europa wegen seiner Leistungen und Verdienste gerühmt wurde, kämpft der pensionierte Arzt seit Jahren an.

2005 hat er unter dem Titel „Von der Hunte an die Newa“ ein Buch über von Münnich veröffentlicht, 2008 ein Reprint eines 1803 verfassten biografischen Werkes über den russischen und deutschen Reichsgrafen herausgegeben. Wilke hat Würdigungen, Gemälde, Grafiken, Erinnerungstücke und Papiere in Deutschland, Polen, Österreich, den baltischen und skandinavischen Ländern und in St. Petersburg aufgespürt und seine Recherchen 2010 in Bänden dokumentiert.

Original in St. Petersburg

Nun macht sich der 83-Jährige ein weiteres Mal um das geistige Erbe von Münnichs verdient: In der Holler St. Dionysius-Kirche soll ein Bronzerelief mit seinem Bildnis an den Staatsmann in russischen Diensten erinnern. Die Einweihung ist für Sonntag, 13. Oktober, geplant. Dr. Wilke hatte dazu den Anstoß gegeben. „Im Gemeindekirchenrat ist er damit offene Türen eingerannt“, sagt Pastor Udo Dreyer. Die Holler Kirche sei als Ruhestätte zahlreicher Vorfahren auf das Engste mit den Familien von Münnichs verbunden, so Ulrich Wilke.

Das Relief ist ein Zweitguss, das Original hängt seit dem 29. Juni 2006 in der Kirche St. Petri in St. Petersburg. Wilke hatte es anlässlich des 325. Geburtstags von Münnichs gestiftet. Der Sohn des Wüstenlander Deichgrafen Freiherr Anton von Münnich selbst hatte 1728 das Gotteshaus am Newskij Prospekt, der Prachtstraße der damaligen Hauptstadt des russischen Zarenreiches, errichten lassen.


Förderverein unterstützt

Original und Nachguss stammen vom Berliner Bildhauer Claus Korch. Umgesetzt werden konnte das Vorhaben, in Holle an von Münnich zu erinnern, mit r Unterstützung des Fördervereins Wüsting, der die Kosten übernommen hat.

Pastor Dreyer hält die St. Dionysius-Kirche nahe der Hunte für einen geeigneten Ort des Gedenkens an von Münnich: „Das passt hier sehr gut hin.“ Es gelte, deutlich zu machen, dass aus dem Wöschenland eine Persönlichkeit von weltgeschichtlicher Bedeutung hervorgegangen ist. Von Münnichs Rolle als Feldherr will nicht ausblenden, aber wichtiger für ihn ist, dass dieser als sehr fromm galt und sich als Ingenieur und Architekt große Verdienste im Wasserbau erworben hatte. So gelang unter seiner Regie der Bau des 110 Kilometer langen Ladoga-Kanals, an dem zuvor die einheimischen Ingenieure gescheitert waren. Erste Erfahrungen habe von Münnich im Wöschenland gesammelt. Seine Großeltern bewirtschafteten eine Hofstelle in Oberhausen.

Die feierliche Einweihung wird im Rahmen eines Gottesdienst stattfinden. Dem Von-Münnich-Biografen Dr. Ulrich Wilke soll darin eine tragende Rolle zukommen.

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