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Hafen Verluste durch fehlende Wassertiefe

Detlef Glückselig

Brake - Im Braker Hafen sind im vergangenen Jahr 5,7 Millionen Tonnen an Gütern umgeschlagen worden. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 8 Prozent (die NWZ  berichtete). Im Bereich Futtermittel und Getreide fällt der Rückgang noch deutlicher aus. Er beträgt laut Thomas Bielefeld, Geschäftsführer von J. Müller Agri, 14 Prozent. Bielefeld sowie auch Jan Müller, Vorstandsvorsitzender der J. Müller Gruppe, führen die Einbußen nicht zuletzt auf die noch immer nicht erfolgte Weservertiefung zurück.

Angesichts der nicht ausreichenden Wassertiefe an der Braker Pier könne die Müller-Gruppe an bestimmten Ausschreibungen gar nicht erst teilnehmen. Dadurch gingen wichtige potenzielle Aufträge verloren. Beim Getreideexport habe die begrenzte Abladetiefe der Unterweser zu einem Verlust von 500 000 Tonnen geführt, so Jan Müller. Die Anpassung der Unterweser sei für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Seehafens Brake von „höchster Bedeutung“, betonte der Vorstandsvorsitzende am Freitag bei einem Pressegespräch.

Engpässe in Südamerika

Trotz des Umschlagsrückgangs von 8 Prozent sehen Müller, Bielefeld sowie auch Hartmut Wolberg, Geschäftsführer von J. Müller Breakbulk, für den Hafen weiterhin einen Aufwärtstrend. Die aktuellen Umschlagszahlen liegen noch immer 6 Prozent über dem Niveau des Jahres 2011. Das sei im Jahr 2012 ein „Ausreißer in positiver Hinsicht“ gewesen, hieß es.

Im Agri-Bereich wurden im vergangenen Jahr 2,762 Millionen Tonnen umgeschlagen – gegenüber 3,221 Millionen Tonnen im Jahr davor. Nach einem guten Start habe es vor allem im Sommer 2013 eine lange Durststrecke gegeben, so Bielefeld. Der Grund dafür seien logistische Engpässe in den südamerikanischen Export-Häfen gewesen. Bielefeld fürchtet, dass den Braker Hafen dieses Problem im Sommer 2014 erneut treffen wird, nachdem das Geschäft Ende 2013 sowie in den ersten Wochen des neuen Jahres spürbar wieder angezogen habe.

Der Export von Getreide aus Deutschland boome derzeit – aber, so Bielefeld, nicht in Brake. „Es fehlen die entscheidenden Zentimeter Wassertiefe.“ Erfolgreich versuche J. Müller Agri unterdessen, weitere Nischen zu besetzen – etwa im Bereich Biomasse und Düngemittel.


2400 Großkomponenten

Bei J. Müller Breakbulk war im vergangenen Jahr laut Geschäftsführer Hartmut Wolberg ein Umschlagsminus von 7,6 Prozent zu verzeichnen – was gegenüber 2011 aber immer noch ein Plus von 9,6 Prozent bedeute.

Beim Umschlag von Eisen und Stahl gab es 2013 einen Rückgang, weil ein Großkunde aus dem Bereich Baustahl Produktionskapazitäten stilllegen musste und zudem der Umschlag von Großröhren, der 2012 für gute Zahlen gesorgt hatte, 2013 nicht mehr zustande kam. Wolberg hofft zum Ausgleich aber auf einen neuen Großauftrag, der für die erste Jahreshälfte 2014 angekündigt sei.

Auf hohem Niveau habe der Bereich Windkraftanlagen stabilisiert werden können. Mit einem Umschlag von 2400 Großkomponenten – Maschinenhäuser, Flügel und Turmsegmente – habe Brake erneut eine Spitzenposition unter den deutschen Seehäfen eingenommen.

Aufgrund einer schwächeren Nachfrage aus dem Mittelmeerraum sei der Holzumschlag im vergangenen Jahr rückläufig gewesen. Im Bereich Zellstoff hätten sich Marktverschiebungen negativ für den Braker Hafen ausgewirkt. Hier erwartet Wolberg aber wieder einen Anstieg, der durch das Erschließen neuer Märkte gelingen soll.

Im Braker Seehafen soll in diesem Jahr erneut investiert werden. Das größte Projekt stellt dabei laut Heiko Uflacker, Leiter der Braker Niederlassung von Niedersachsen Ports, der Bau eines zweiten Liegeplatzes für Großschiffe bis 275 Meter Länge an der Südpier dar (die NWZ  berichtete). Auch der vorhandene Liegeplatz müsse ertüchtigt werden – Poller sind sanierungsbedürftig und müssen ausgetauscht werden. Am Niedersachsen-Kai sollen derweil weitere 20 000 Quadratmetern als Lager- und Verkehrsfläche befestigt werden. Derzeit laufe die Ausschreibung.

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