Genf - Baut Apple in absehbarer Zeit Autos? Bisher gibt es dafür weder Bestätigung noch Zeitplan. Doch allein die Möglichkeit versetzt die Industrie in Aufregung. Auf dem Autosalon in Genf sind die Auto-Pläne des US-Riesen das Gesprächsthema. Sorglos ist ist niemand.
„Wir wissen genau, dass, wenn man den ersten Platz in der Champions League hat, man keine Sekunde schlafen darf“, so Matthias Wissmann, Präsident des Autoverbandes VDA, „Es hängt alles von unserer Innovationskraft ab.“
Das sieht auch BMW-Chef Norbert Reithofer so. Früher sei auf mechanischen Schreibmaschinen geschrieben worden. Dann habe die Schreibmaschinenindustrie eine riesige Innovation erreicht: die elektrische Schreibmaschine. „Und dann haben völlig andere Unternehmen die PCs auf den Markt gebracht, dann Laptops, und auf denen schreiben wir heute.“ Auch die Autobranche sei nicht sicher davor, dass andere Spieler auftauchen. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass in Zukunft Wettbewerber Autos bauen, die bisher nicht am Markt waren“, sagte Reithofer am Dienstag in Genf.
Gerade der Trend zur Digitalisierung, Vernetzung oder dem automatisierten Fahren locke Firmen wie Google, Apple oder andere. Kollege Dieter Zetsche von Daimler verwies allerdings auf die komplexe Wertschöpfungskette zum Autobau. Sie sei „komplett in unserer Hand“.
Vernetzung der Autos – mit Mobilfunk und Internet – ist beim Autosalon ein Riesenthema.
Konkretes Projekt: Volvo will 2015 eine Testflotte aus 1000 vernetzten Autos auf die Straße bringen. Die Fahrzeuge sollen Daten sowohl untereinander als auch mit Behörden austauschen.
