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VERSAMMLUNG Bisheriger Moorschutz reicht Verein aus

Der Verein spricht sich für die Einschätzung des Landkreises im Landesraumordnungsprogramm aus. Die Verschärfung durch das Land sei unnötig.

Von Hermann Gerdes

Friesoythe/Ikenbrügge

– Die Unterschutzstellung weiterer Teile des Moorgebietes zwischen Esterwegen und Oldenburg und die nach dem Torfabbau festzuschreibende Folgenutzung bildet nach wie vor den „roten Faden“ im wesentlich von Bauern beherrschten Verein mit dem langen Namen „Moor- und Naturschutz Aktiv = Entwickeln – Pflegen – Nutzen“. So war es auch bei der Generalversammlung.

Schnell führte das Thema auf die Vorranggebiete Rohstoffsicherung. Mit diesem Planzeichen sind auch die besiedelten Flächen rund um das Moorschutzgebietssystem versehen. „Das ist problematisch“, meinte auch Johann Viets, Baudirektor und Leiter des Amtes für Planung, Umwelt und Naturschutz beim Landkreis Cloppenburg, der eine Unterschutzstellung als Vorsorgegebiet für ausreichend befand.

„Dabei lassen die hydrologischen Voraussetzungen die Möglichkeit des Tiefumbruchs und auch eine Kuhlung für eine Landbewirtschaftung zu“, meinte Vereinsvorsitzender Friedrich Rosendahl. „Der überwiegende Teil der als Rohstoffsicherungsgebiet ausgewiesenen Flächen befindet sich nach einer Kuhlung oder einer Übersandung in intensiver landwirtschaftlicher Nutzung sowohl als Acker als auch als Grünland.“ Nur in Teilbereichen würde Moor abgebaut.

Die im LROP als Vorranggebiete zur Rohstoffgewinnung gekennzeichneten Flächen seien ausnahmslos in landwirtschaftlicher Nutzung. „Es sind zudem überwiegend hofnahe Flächen“, äußerte der Verein Kritik.

Die Landwirtschaft befürchte beim Planzeichen „Vorrang Rohstoffgewinnung“ Probleme bei zukünftigen Genehmigungsverfahren für die Nutztierhaltung. Es handele sich dabei um Siedlungsflächen, die noch bis in die 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts gegründet worden seien. „Für zukünftige Strukturanpassungen auf dem globalisierten Markt benötigen die landwirtschaftlichen Betriebe diese Flächen ohne anderweitige Vorrangbestimmung. Es kann nicht politischer Wille sein, gewachsene Strukturen mit Hilfe des Vorrangzeichens Rohstoffgewinnung zu zerschlagen oder die Zukunft zu verplanen“, heißt es dazu.


Der Landkreis Cloppenburg habe im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) richtigerweise diese Flächen als Vorsorgegebiete für Rohstoffgewinnung ausgewiesen. Der Verein bittet „dringend“, das Vorrangzeichen Rohstoffgewinnung im LROP zu streichen.

Was nütze es, wenn dem Landkreis mehr Planungsrechte eingeräumt werden, er aber keinen Spielraum habe und das Land stattdessen Ausweisungen des Landkreises im LROP durch „härtere“ und benachteiligende Planzeichen ins Gegenteil verkehre, so Rosendahl abschließend unter dem Beifall der Mitglieder aus den fünf Kreisen.

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