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Serie Verschlungene Wege zum Ziel

Lina Brunnée

Bad Zwischenahn - „Der Weg ist das Ziel.“ Auch wenn dies eher nach Abenteuerurlaub im klapprigen VW-Bus klingt, könnte es das Motto für Tanja Kruses’ Lebensweg sein. Der geht nämlich hübsch mäanderförmig von der einen Station zur anderen. Nicht rastlos, viel eher neugierig.

Nach dem Abitur studierte sie zuerst Sprachen und wurde Europasekretärin. Ein spannender Beruf, der sie bei unterschiedlichen großen Firmen arbeiten ließ. Mit dem ersten Kind, ihr mittlerweile zwölf Jahre alter Sohn, ließ sich Familie und Beruf nicht sehr gut unter einen Hut bringen. Ran an die Kindererziehung und das Arbeitsleben erst einmal hintangestellt, hieß es für Tanja Kruse.

Stets neue Ideen

Einmal raus, ist es jedoch oft schwer, wieder einzusteigen. Und so machte sich Tanja Kruse auf den Weg, ein neues Betätigungsfeld zu entdecken: In Zusammenarbeit mit dem Kindergarten „Sonnenstrahl“ rief sie 2006 ein Englischprojekt für Kindergartenkinder ins Leben. Mit der Geburt des zweiten Kindes, ihrer nun sieben Jahre alten Tochter Hannah, stand Tanja Kruse wieder vor einer Entscheidung. Auf Dauer funktionierte auch diese Arbeit nicht mit einem Kind, dass viel Betreuung benötigte. Auch wenn Kinderfrau, die ihr schon seit fünf Jahren unter die Arme greift, und Ehemann halfen: „Mein Mann hat es, obwohl er selber selbstständig ist, immer geschafft, mich in all meinen Entscheidungen und Schritten zu unterstützen. Und mir ist bewusst, wie viel das wert ist.“

So auch bei dem Weg der sie an ihr jetziges Ziel gebracht hat. Nach längerer Krankheit besann sie sich darauf, etwas kürzer zu treten und mehr in sich zu gehen. „Und da ich den Sachen gerne auf den Grund gehe, begann ich ein Fernstudium zur Entspannungspädagogin“, berichtet die zweifache Mutter lächelnd. Das beinhaltete zwar einige Praxisanteile, die waren ihr jedoch nicht genug – und Tanja Kruse entschied, noch die Ausbildung zur Heilpraktikerin/Richtung Psychotherapie anzuhängen. Sie landete beim sogenannten MET-Verfahren – Meridian-Energie-Techniken nach Franke, eine Verbindung von modernen psychotherapeutischen Erkenntnissen und dem Jahrtausende alten Wissen der Chinesen um das Beklopfen der Meridianpunkte.

Nachdem sie ihre Abschlüsse in der Tasche hatte, war die Praxissuche das letzte Hindernis. „Aber nun habe ich wirklich das Gefühl, angekommen zu sein und meinen Platz gefunden zu haben“, schwärmt Tanja Kruse von ihrer kleinen, in sanften Grüntönen gestrichenen Praxis in der Kleine Wehe 4. Hier sollen nicht nur ihre Patienten einen Rückzugsort finden, es ist auch einer für sie selbst. Die Eröffnung Anfang September war ein voller Erfolg, und nun läuft die Probandenaktion der 41-jährigen Heilpraktikerin an. „Wer immer Lust hat, mal eine ,Klopfsitzung‘ mitzumachen – ich suche Menschen jedes Alters“, wirbt sie lachend für ihre Aktion.


Weg geht weiter

„Es ist immer wieder Spannend, etwas Neues zu beginnen und am Anfang zu stehen. Und auch wenn ich jetzt das Gefühl habe, angekommen zu sein, wird mein Weg sich sicherlich noch in andere interessante Richtungen schlängeln und da freu’ ich mich jetzt schon drauf“, resümiert die 41-Jährige und blickt hoffnungsvoll in ihre Zukunft in der kleinen, grünen Praxis.

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