Oldenburg - Dr. Ulrich Knemeyer zog als neuer Vorstandsvorsitzender der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg erstmals Bilanz – und die fiel gut aus. 2016 sei ein Jahr mit Herausforderungen gewesen, wegen der Niedrigstzinsen, der Unsicherheit an den Finanzmärkten und regulatorischen Auflagen. Dies habe man aber „gut gemeistert“ und man sei im Neugeschäft gewachsen, sagte Knemeyer, der im Juli 2016 als Nachfolger von Franz Thole an die Vorstandsspitze gerückt war. „Wir zeigen bemerkenswert gute Stabilität.“ Er verwies auf den Verbund von Lebensversicherung und Landesbrandkasse und die feste Verankerung in der Region.

Einmal mehr sei die Marktposition „gefestigt“ worden, hieß es. Im Oldenburger Land habe man nun in etwa jedes zweite Gebäude, jedes sechste Auto und jeden achten Haushalt unter Vertrag.

Konkret steigerten die Öffentlichen Versicherungen Oldenburg – mit Oldenburgischer Landesbrandkasse und Öffentlicher Lebensversicherungsanstalt Oldenburg – die Beitragseinnahmen 2016 um 1,9 Prozent auf 250,8 Millionen Euro. Damit wurde ein mehrjähriger Trend fortgesetzt. Allerdings ging zugleich der Bestand minimal auf 1,001 (Vorjahr: 1,008) Mio. Verträge zurück – ein Hinweis auch darauf, dass es gewisse Beitragserhöhungen (etwa in der Kfz-Versicherung) gab.

Hauptmotor des Wachstums waren die Schaden- und Unfallversicherung bei der Landesbrandkasse. Sie legten auch stärker zu als der deutsche Branchendurchschnitt, erläuterte Knemeyer. Auch glückliche Umstände – kaum Starkregen und Sturm – trugen zu einer günstigen Schadenquote von 76,7 Prozent (fast minus fünf Prozentpunkte) der Beiträge bei. Belastend wirkten mehrere Brände.

Auch die Lebensversicherung konnte ihre Bruttobeiträge gegen den ungünstigen Branchentrend (minus 1,7 %) steigern – auf 89,82 (89,49) Mio. Euro. Trotz aller Unkenrufe um die Zukunft von Lebens-Policen habe man das Neugeschäft um 16,5 Prozent (nach Beitragssumme) ausgebaut, erläuterte Vorstandsmitglied Angelika Müller. Motoren waren betriebliche Altersvorsorge und neue „leistungsstarke“ Produkte, die – teils ohne klassische Garantieverzinsung – mehr Chancen an den Kapitalmärkten nutzen. Aktuell entfalle die Mehrheit der Neuverträge darauf.

Überarbeitet hat der Oldenburger Regionalversicherer, der im Vertrieb eng mit LzO und Wilhelmshavener Sparkasse kooperiert, sein Erscheinungsbild. „Ab und zu sollte man sich einmal Gedanken über sein Outfit machen – das gilt auch für Versicherungen“, sagte Vorstandsmitglied Jürgen Müllender. So wurde nach 20 Jahren das Logo überarbeitet. Es lautet jetzt „Öffentliche Oldenburg“, mit leicht verändertem Signet.


Ebenfalls neu sei der überarbeitete Internetauftritt. Aktuell werde an einer nochmaligen Beschleunigung des Schaden-Service gearbeitet. Man nutze vermehrt die modernen Kommunikationskanäle. Viele Kunden bevorzugten für Vertragsabschlüsse aber den klassischen Weg über „ihre“ Geschäftsstelle.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)