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Aktualisiert vor 7 Minuten.

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Sperrung der A29 in Oldenburg

NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Versöhnung über den Kriegsgräbern hautnah erlebt

09.09.2010

DELMENHORST Es ist schon zwei Monate her, seitdem elf Soldatinnen und Soldaten des Logistikbataillons 161 im Juni deutsche Kriegsgräber im französischen Servon-Melzicourt gepflegt haben. Dennoch steigen Einsatzleiter Siegfried Westermann, Oberstleutnant der Reserve, noch heute Tränen der Rührung in die Augen, wenn er an den zweiwöchigen Aufenthalt denkt. Natürlich standen Pflegearbeiten an rund einem Viertel der 900 Gräber im Vordergrund. Doch haften geblieben ist bei den ehrenamtlichen Teilnehmern vor allem die freundliche Aufnahme im Nachbarland.

Das wurde deutlich, als Oberbürgermeister Patrick de La Lanne als Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge am Dienstag die Soldaten im Rathaus empfing und mit Urkunden ehrte. „Der Einsatz hat Spaß gemacht, die ganze Truppe super zusammengearbeitet“, begründet Feldwebel Christian Krüger sein Engagement und fügt hinzu: „Wir alle würden sofort wieder nach Frankreich fahren.“

Dort kam es während der Fußballweltmeisterschaft den Berichten zufolge in der Unterkunft von Franzosen und Deutschen sogar zum vorübergehenden Tausch der Uniformen. „Das wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen“, wunderte sich der Oberbürgermeister. „Das Ansehen der Deutschen dort ist riesig“, bestätigt der 69 Jahre alte Westermann, „man muss nur die dortigen Spielregeln einhalten.“ Deutliche Worte fand er zum Ersten Weltkrieg. „Das war aus meiner Sicht ein sinnloses Gemetzel.“ Vor Ort seien alle betroffen gewesen von den vielen Grabsteinen. Zumeist seien vier Namen mit Sterbedaten auf einem Stein vermerkt. „Menschen, die aus früherer Sicht einen Heldentod gestorben sind“, so Westermann.

Auf dem Friedhof in dem 500 Einwohner-Dorf Servon-Melzicourt in der Nähe von Reims und Verdun haben in parkähnlicher Landschaft etwa 12 000 Menschen ihre letzte Ruhestätte gefunden, nur die Hälfte ist namentlich bekannt.

Hauptaufgabe der deutschen Soldaten war das „Zurechtrücken“ der Grabkreuze. „Die sind durch Baumwurzeln oftmals sehr verschoben worden“, berichtete Westermann. In vielen Fällen mussten Betonsockel neu gegossen werden.

Dabei spielte das Wetter mit. Nach anfänglich Regen und Wind kam bald die Sonne hervor und es gab 30 Grad im Schatten, erinnerte sich Christian Krüger. Zum Abschluss legten die Soldaten nach einer Gedenkstunde einen Kranz auf dem Friedhof nieder.

800 Friedhöfe mit rund zwei Millionen Toten in 45 Ländern werden vom Volksbund gepflegt, teilte dessen Vertreter Rainer Grygiel mit. Er organisiere rund 14 bis 16 Einsätze im Jahr und arbeite wegen der jahrelangen guten Unterstützung gerne mit dem Standort Delmenhorst zusammen.

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