Jever - Die Kunstinstallation auf dem Alten Markt mit dem Schriftzug „Vertrauen“ aus 50 000 Cent-Münzen ist zwar beendet, „das Projekt beginnt jetzt aber erst richtig“, betont Jörg Reents, Altmeister der Fresenia-Loge Jever, die das Projekt initiiert hatte.
Wie berichtet, war der Schriftzug, den Künstler Ralf Kopp aus Frankfurt am Sonnabend auf dem Alten Markt gelegt hatte, bereits am frühen Sonntagmorgen von Unbekannten zerstört worden.
„Wer Geld auf die Straße legt, muss damit rechnen, dass so etwas passiert“, meint Reents. Doch die Reaktionen, die seit Sonntagmorgen bei der Loge eingehen, zeigten, dass die Kunstinstallation genau das erreicht habe, was Ziel war: Nämlich eine Debatte anzuregen über Geld und Vertrauen. „Viele beschäftigen sich jetzt intensiv mit unserer Aktion und haben uns aufgefordert, uns unser Projekt nicht kaputt machen zu lassen“, freut sich Reents.
Deshalb legt die Loge nun einen drauf: Sie lässt Aufkleber mit „Vertrauen in Jever“ bedrucken und beklebt damit 1000 Ein-Cent-Stücke, die von der Aktion übrig geblieben sind. „Die verkaufen wir nun für einen Euro pro Stück, um weiter Geld für den Elternverein krebskranker Kinder zu sammeln“, kündigte Reents an. Auch der Verkauf der bedruckten 5-Euro-Scheine geht weiter.
Bei allem Ärger über die „bösen Buben“, die den Schriftzug „Vertrauen“ zerstört und eine Menge Münzen – im Wert von etwa 150 Euro – haben mitgehen lassen, gibt es noch eine weitere erfreuliche Nachricht: „Die Diebe haben unterwegs einen großen Teil der Münzen verloren. Wahrscheinlich war das Geld ihnen dann doch zu schwer“, so Reents.
Das Geld haben Kinder in und an einem Gully an der Graft gefunden und bei der Polizei abgegeben.
Per Eimer und Tüte kamen die Münzen dort an – nun sucht die Fresenia-Loge die Kinder, die das Geld entdeckt haben, und bittet sie, sich unter Tel. 0171/21 02 031 zu melden. „Wir wollen sie für ihre Ehrlichkeit belohnen“, verrät Reents.
Der Künstler selbst sieht das Projekt „Gier frisst: VERTRAUEN“ übrigens ebenfalls nicht als gescheitert an: „Viele Menschen haben den ganzen Tag über in Jever eigenes Geld dazu gelegt – das finde ich bei jedem Experiment immer wieder positiv überraschend. 500 Euro lagen knapp 14 Stunden auf der Straße, ohne dass jemand etwas weggenommen hat. Wesentlich mehr Menschen haben das Geld liegen lassen. Es waren letztendlich nur wenige, die mit der Demontage begonnen hatten“, meint Ralf Kopp.
