Hamburg/Nordenham/Varel - Die am Dienstagabend verkündete Ablösung von drei der fünf Geschäftsführer beim Flugzeubau-Zulieferer Premium Aerotec hat bei den Mitarbeitern Verwunderung und Verunsicherung ausgelöst. Das war am Mittwoch aus den Werken (darunter Nordenham, Varel und Bremen mit mehr als 4500 Mitarbeitern) zu hören. Man verwies auf ansonsten gute Nachrichten aus der jüngsten Zeit. Dazu passe die drastische Maßnahme an der Spitze nicht.
Die Betriebsräte und die IG Metall forderten Aufklärung. Konkret wurde der Aufsichtsratsvorsitzende Günter Butschek aufgerufen, „in außerordentlichen Betriebsversammlungen in der nächsten Woche den Belegschaften Rede und Antwort zu stehen“. Butschek, im Mutterkonzern EADS für die Airbus-Werke zuständig, gilt als der zurzeit entscheidende Mann. Der Vorsitzende der Geschäftsführung Kai Horten sowie Finanzchef Helmut Kretschmer und Personalleiter Wolfram Sauer gingen von Bord – für die Mitarbeiter überraschend. Butschek hat laut Mitteilung gesagt, es sei eine „Rückgewinnung der Produktivität des Unternehmens erforderlich“.
„Es scheint unterschiedliche Wahrnehmungen über die Realitäten und Notwendigkeiten bei der Premium Aerotec GmbH als einen der zentralen Zulieferer für Airbus zu geben“, meinte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Thomas Busch (Varel). „In dieser Situation wird deutlich, dass es gut war, die Vereinbarung zur Sicherung von Beschäftigung und Standorten bis 2020 abzuschließen.“
Jürgen Kerner (Vorstand IG Metall) als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender sagte: „Statt Mitarbeiter durch die pauschale Ankündigung von Maßnahmen zur Kostensenkung zu verunsichern, ist eine grundlegende Klärung der Ursachen nötig.“
Aus Sicht der Betriebsräte und der IG Metall geht es um eine zukunftsfähige Ausrichtung. Die Arbeitnehmer hätten bewiesen, dass sie bereit seien, „ihren Anteil dazu zu leisten“. Nur so seien Rekord-Auslieferungen beim Kunden Airbus möglich geworden.
