Neuenfelde - Alle Wege führen nach Neuenfelde – das galt am Sonntag zumindest für zahlreiche historische Trecker und Zugmaschinen, die auf Landstraßen und Wirtschaftswegen gemütlich in Richtung Dorfplatz tuckerten. Für die Autofahrer waren die Treckerkolonnen zwar ein Hindernis, dennoch wurde angesichts der liebevoll restaurierten und gepflegten Oldies oft freundlich gewinkt.
Zum dritten Mal fand das Neuenfelder Treckertreffen statt und auch der Vorsitzende des Bürgervereins Neuenfelde, Frank Bollmann, zuckelte mit seinem McCormick International (Baujahr 1973) zum Treffpunkt.
„Die Idee zum Treckertreffen entstand, weil sich in fast jedem zweiten Haus in Neuenfelde alte Trecker befanden“, erzählt Melanie Gloystein, „da lag es nahe, die alten Schätzchen mal auf dem Dorfplatz vorzustellen. Zum dritten Treffen haben wir fünf Vereine aus der Region eingeladen und alle haben zugesagt.“ Mit einem bunten Programm, Kinderhüpfburg und lustigen Wettbewerben wurde das Treffen zu einem kleinen Volksfest mit vielen Schaulustigen.
Über 50 Trecker waren gegen Mittag eingetroffen und egal, ob ein „Güldner“ oder „Eicher“, ein „Deutz“, „Ursus“, „Fendt“ oder „Porsche“, die „Oldies“, die früher dem Bauer bei der Arbeit halfen, fanden das Interesse der Besucher. Mit dabei war auch der Treckerfreund Holger Nobis. Der Elsflether war mit seinem „Deutz“, Baujahr 1954, vor Ort. „Wir lieben die alten Eisen“, grinste Nobis, allerdings war seiner penibel gepflegten Maschine ihr Alter überhaupt nicht anzusehen.
Auch die Loyer Treckerfreunde waren mit zahlreichen Zugmaschinen nach Neuenfelde gekommen und immer noch präsentierten sich auch hier die Lanz-Bulldogs mit ihrem einmaligen Sound als die Stars unter den historischen Traktoren.
Den Beweis trat der Loyer Treckerfreund und ehemalige Landmaschinenmechaniker Hartmut Bunjes mit seinem Lanz D 7506 gerne an. „Den Lanz anzulassen, braucht Geduld“, warnte Bunjes vor und griff ins „Handschuhfach“, um die Lötlampe herauszuholen und mit Spiritus und Benzin auf Temperaturen zu bringen.
Nach etwa 15 Minuten („Zeit für zwei Flaschen Bier“ nennen es die Lanzfreunde) war die Lötlampe heiß genug für die Glühnase im Zylinderkopf. Bunjes löste das Lenkrad samt Steuersäule, setzte es seitlich in die Kurbelwelle ein, drehte mit viel Kraft, bis schließlich das charakteristische „Wutt-Wutt-Wutt“ ertönte und dem Besitzer eine Ehrenrunde auf dem Dorfplatz ermöglichte.
Bunjes’ Lanz-Veteran, Baujahr 1938, leistet mit dem Einzylinder-Zweitaktmotor bei 4700 Kubikmeter Hubraum 25 PS und bringt es auf 16 km/h.
