Cloppenburg - Nachdem in Litauen an der Grenze zu Weißrussland bei verendeten Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt worden ist, fordert das Veterinäramt des Landkreises Cloppenburg alle Schweinehalter zur strikten Einhaltung von Hygienemaßnahmen auf. Die Seuchenvorsorgemaßnahmen sind nach Einschätzung der Kreisveterinäre dringend geboten.
Bei der Afrikanischen Schweinepest handelt es sich um eine fieberhafte, hochansteckende Viruserkrankung der Schweine mit seuchenhaftem Verlauf und hoher Sterblichkeit. Der Mensch und andere Haustierarten könnten sich nicht infizieren.
Die meisten Neuausbrüche in vorher nicht betroffenen Regionen sind auf die Verfütterung von Speiseabfällen aus infizierten Gebieten zurückzuführen, erläutert Veterinäramtsleiter Dr. Karl-Wilhelm Paschertz. Insbesondere Wildschweine könnten sich mit Speiseresten infizieren, die von Reisenden an Autobahnparkplätzen achtlos weggeworfen würden. Darüber hinaus bestehe das Risiko, dass das Virus durch nicht gründlich gereinigte und desinfizierte Transportfahrzeuge, die im internationalen Viehhandel eingesetzt würden, eingeschleppt werde.
Paschertz empfiehlt deshalb allen Schweinehaltern die konsequente Einhaltung von Hygienemaßnahmen, die in der Schweinehaltungshygieneverordnung festgelegt sind. Hiernach dürften zur Abholung von Schweinen nur gereinigte und desinfizierte Viehtransporter, auf denen sich keine Schweine aus anderen Betrieben befinden, auf den Betrieb gelassen werden. Betriebsfremde Personen, beispielsweise Viehwagenfahrer, Tierärzte oder Handwerker, dürften den Stall nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einmalschutzkleidung betreten. Zum Treiben von Schweinen aus dem Stall sollten nur eigene Treibhilfen (Bretter, Paddel) verwendet werden. Wildschweine seien durch entsprechende Einfriedung vom Betrieb fernzuhalten.
„Bei Verstößen gegen diese Vorschriften droht im Falle eines Ausbruches eine empfindliche Kürzung der Entschädigung durch die Niedersächsische Tierseuchenkasse“, warnt Paschertz.
Das Veterinäramt mahnt auch Jäger zu erhöhter Vorsicht. Verendete Wildschweine sollten im Rahmen des Schweinepest-Monitorings unbedingt untersucht werden.
