Cloppenburg/Cappeln - Ein Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) im Landkreis Cloppenburg würde zu einem gewaltigen logistischen Aufwand führen. Die notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche reichen von der Einrichtung der Restriktionszonen bis hin zu Notimpfungen. Dies wurde jetzt im Rahmen einer Tierseuchenübung des Veterinäramtes Cloppenburg deutlich, wie die Pressestelle des Landkreises mitteilte.

Nach dem vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) vorgegebenen Szenario war innerhalb von zwei Tagen in zwei Betrieben in der Gemeinde Cappeln der Ausbruch der MKS festgestellt worden. Die Aufgabe des Veterinäramtes bestand darin, Sperr- und Beobachtungsgebiete einzurichten. Darüber hinaus sollte aufgrund der rasanten Ausbreitung der Seuche ein Impfgebiet festgelegt und die Notimpfung aller Klauentiere in diesem Gebiet            geplant werden. Anhand der beim Veterinäramt vorhandenen Daten wurde ermittelt, dass in einem Radius von einem Kilometer um die zwei Seuchenbestände insgesamt rund 16 000 Klauentiere in 23 Betrieben innerhalb von 48 Stunden zu töten wären. Bei Anordnung einer Notimpfung durch das Land Niedersachsen müssten nach Berechnungen des Veterinäramts in einem Impfgebiet von sieben Kilometern um die Seuchenherde 300 000 Klauentiere in 390 Betrieben geimpft werden.

Um dies kurzfristig bewältigen zu können, wären nach Angaben von Veterinäramtsleiter Dr. Karl-Wilhelm Paschertz etwa 26 Impfteams erforderlich, wobei ein Team aus einem Tierarzt und ein bis drei Hilfskräften bestehe. Bei einer entsprechenden Seuchenlage würde der Kreis auch das externe Krisenzentrum bei der Feuerwehrtechnischen Zentrale beziehen, um den Einsatz der Kräfte von dort aus zu koordinieren, erläuterte Dr. Paschertz.

Während der Übung wurde dieses Krisenzentrum ebenfalls erstmals in die Tierseuchenbekämpfungsmaßnahmen einbezogen. Die Kommunikations- und Arbeitsabläufe zwischen dem Kreishaus und dem externen Krisenzentrum verliefen einwandfrei, so die Pressestelle.