Harpstedt - Für den Aufsichtsratsvorsitzenden der Viehvermarktung Harpstedt eG, Claus Grote, war es am Donnerstag im Marktkieker in Harpstedt die letzte Generalversammlung, die er in dieser Funktion eröffnete. Statutengemäß konnte er mit dem Erreichen des 62. Lebensjahres nicht wiedergewählt werden. Auch ein Nachfolger wurde während der Versammlung nicht bestimmt, da der Aufsichtsrat künftig im Vierer-Team weiterarbeiten will.
Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich Dittmer-Hohnholz ließ kurz den Werdegang Grotes Revue passieren: Am 24. September 1976 trat er in die Genossenschaft ein, rückte 1983 in den Aufsichtsrat, wurde 1988 Mitglied des Buch- und Belegprüfungsausschusses und 1989 zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt. Dittmer-Hohnholz: „Du bist für 23 Jahre das Gesicht der Viehvermarktung Harpstedt gewesen.“ Herwig Wöbse vom Vorstand erklärte, Grote habe die Viehvermarktung nicht als Selbstzweck, sondern immer zum Wohl des Kunden gesehen. Als Dankeschön erhielten der Pferdeliebhaber und Ehefrau Elisabeth Karten fürs Hamburger Derby.
Im Aufsichtsrat arbeiten nun neben Dittmer-Hohnholz Urte Kolweyh, Jürgen Evers und Eike Bruns weiter. Aus dieser Gruppe wird ein neuer Vorsitzender gewählt.
Geschäftsführer Heiner Göbberd skizzierte in seinem Bericht den Jahresverlauf 2011. Für die Viehvermarktung Harpstedt gab es ein spürbares Umsatzplus: Der Gesamtumsatz konnte gegenüber dem Vorjahr nochmals um 2,3 Mio. auf 19,13 Mio. Euro gesteigert werden. Insgesamt wurden 170 409 Tiere (plus 10 405) umgesetzt. Der Schlachtvieh-Umsatz lag bei 86 933 Stück im Wert von 14,15 Mio. Euro; beim Nutzvieh 83 476 Stück (4,99 Mio.).
Einen Bilanzgewinn von 23 988 Euro konnte der stellvertretende Geschäftsführer Hans-Claus Wenke vermelden: Der Gewinn fließt auf Beschluss der Versammlung zu 12 000 Euro in die gesetzlichen Rücklagen und zu 11 988 Euro in die Ergebnisrücklagen.
Göbberd riss auch die globale Lage an: Fünf Prozent weniger Rindfleisch sei in der EU erzeugt worden, in Deutschland bewege sich das Minus bei 0,3 Prozent. Der Preis sei stabil. Bei den Schweinen wurde in Deutschland ein Rückgang von 0,8 Prozent beobachtet.
Nach den Regularien referierte Joachim Schulz (Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Außenstelle Lingen) über „Homöopathie in der Tierhaltung“.
