Apen - „Am 8. III. 83 um 20 Uhr begann in Reils Gasthof in Apen die Gründungsversammlung eines neuen Landfrauenvereins für Frauen aus der Gemeinde Apen“, steht es in ordentlicher Handschrift geschrieben. Am Ende des Abends – laut Protokoll um 23.30 Uhr – hatten 94 Aperinnen ihren Beitritt erklärt.
30 Jahre später zählt der Verein fast doppelt so viele Mitglieder. „Heute sind wir etwa 170“, berichtet Antje Ehlers. Sie gehört seit knapp 25 Jahren der Gruppe an, seit zwölf Jahren ist sie im Vorstand aktiv.
Eine Erste Vorsitzende – wie 1983 mit Gisela Boyken – haben die Landfrauen inzwischen nicht mehr. Sie werden von einem mehrköpfigen Team geleitet. Vor zwei Jahren nämlich fand sich keine, die den Vorsitz übernehmen wollte. So kam frau auf die Kollektiv-Lösung. „Da verteilen sich die Aufgaben gerechter“, erklärt Antje Ehlers. Schließlich seien die Frauen außerhalb des Vereins stark eingespannt – familiär und beruflich.
„Bei dem Begriff Landfrau denken immer noch viele ans Backen und Kaffeekochen. Doch eine Landfrau ist und kann viel mehr“, weiß die vierfache Mutter. Sie selbst ist gelernte Bankkauffrau mit späterer Zusatzausbildung im Bereich ländliche Hauswirtschaft.
„Bei unseren Treffen geht es um ganz unterschiedliche Themen“, berichtet die 54-Jährige. In der Vergangenheit habe es etwa Vorträge über das Verfassen einer Patientenverfügung gegeben, es sei um den Umgang mit dem Computer, um medizinische Fragen oder um gesunde Ernährung gegangen. Natürlich würden hin und wieder auch Rezepte ausgetauscht, schmunzelt Ehlers.
Sehr am Herzen liege dem Verein das Thema Hauswirtschaft. „Die Betonung muss hier auf Wirtschaft liegen“, sagt Antje Ehlers. Deshalb unterstützen die Aperinnen eine bundesweite Landfrauen-Initiative, mit der das Schulfach Alltags- und Lebensökonomie gefordert wird. Der Unterricht soll den Schülerinnen und Schülern nicht nur praktische Fertigkeiten zum Führen eines Haushalts vermitteln, auch der Umgang mit Geld und gesellschaftlich verantwortliches Handeln sollen beispielsweise gelehrt werden.
Bei aller Ernsthaftigkeit kommt der Spaß natürlich nicht zu kurz. In den vergangenen 30 Jahren wurde gemeinsam gefeiert und gemeinsam verreist. Und das soll sich auch im „Jubeljahr“ nicht ändern. Die Ammerländerinnen haben ein buntes Programm ausgearbeitet.
Ab Mai gibt es Ausflüge per Rad und Bus. Eine Mehrtagesfahrt führt nach Köln, ein Kurztrip beispielsweise durch die Gemeinde Edewecht. Dazu werden wieder Vorträge im Vereinslokal Scheppner in Vreschen-Bokel angeboten. Nächster Termin ist der 16. April. Dann heißt es: „Wie schütze ich mich vor Kriminalität?“.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Ausrichtung eines Kino-Abends im November. „Im vergangenen Jahr war die Veranstaltung der Renner“, sagt Ehlers. Dadurch seien auch viele Externe angelockt worden. „Hinterher hatten wir ein paar Mitglieder mehr“, freut sich die Vorstandsfrau. Sie betont, dass Gäste nicht nur beim Film, sondern auch bei den Referaten willkommen seien. Selbst gebackenen Kuchen gibt es dann wohl nicht; die Vorträge finden in der Regel abends statt.
