Neuenburg - Ausbildung im Urwald – für viele Jugendliche ein Traum. Denise Ahlhorn lebt diesen Traum derzeit. Die 23-Jährige lässt sich zur Forstwirtin ausbilden – im Niedersächsischen Forstamt Neuenburg (Kreis Friesland), zu dem auch das Waldnaturschutzgebiet Neuenburger Urwald gehört.

„Ich hatte schon immer Spaß daran, in der Natur zu sein“, erzählt Ahlhorn. Durch einen Zeitungsartikel stieß die Jeveranerin nach dem Abitur auf den Ausbildungsberuf Forstwirt/in. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre; Ahlhorn ist bereits im dritten Jahr. Die Arbeit sei „unheimlich abwechslungsreich, spannend und teilweise auch abenteuerlich“, beschreibt sie die Ausbildung.

Interesse an der Natur und arbeiten mit der Natur seien natürlich Grundvoraussetzungen. Außerdem sollte man handwerklich und technisch geschickt sein sowie kein schlechtes Wetter scheuen. „Da die Arbeit teilweise schwer ist, gehört auch körperliche Fitness und eine gute Gesundheit dazu“, hat die junge Frau bereits festgestellt.

Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit seien weitere Voraussetzungen für diesen Beruf, ergänzt Ausbilder Konrad de Buhr. Denn weitgehend werde selbstständig und eigenverantwortlich gearbeitet. Er betreut derzeit in Neuenburg sechs Auszubildende zum Forstwirt, zwei in jedem Ausbildungsjahr.

Forstwirte pflegen und schützen den Wald, pflanzen neue Wälder an und ernten den nachwachsenden Rohstoff Holz. Wesentlicher Bestandteil der Tätigkeiten und damit natürlich auch der Ausbildung ist dabei die Arbeit mit der Motorsäge – was Denise Ahlhorn sichtbar Spaß macht. Außerdem gehören Baumaßnahmen, wie z.B. von Hochsitzen, zu den Aufgaben. Und Naturschutzarbeiten an Waldrändern, Gewässern und Biotopen. „Überhaupt spielen die ökologischen Aspekte bei uns im Beruf einen immer wichtigere Rolle“, weiß Ausbilder de Buhr. Aber auch eine informierende Öffentlichkeitsarbeit, z.B. mit Schulprojekten, ergänzt Ahlhorn.


Der Berufsschulunterricht findet in drei Blöcken pro Jahr mit jeweils vier Wochen im Harz statt. Hier werden die praktischen Erkenntnisse theoretisch unterfüttert. Außerdem gibt es die Möglichkeit, einen Monat ins Ausland zu gehen. Denise Ahlhorn war vor ein paar Monaten in Schweden, dem europäischen Forstland überhaupt. Beeindruckt hat sie dort vor allem die Größe der Wälder „und wie stark maschinell gearbeitet wird“.

„Die Übernahmemöglichkeiten nach der Ausbildung in privaten und staatlichen Forstbetrieben sind gut“, so de Buhr. Fortbildungsmöglichkeiten bestehen zum Forstwirtschaftsmeister, zum Maschinenführer, zum Natur- und Landschaftspfleger sowie über ein forstwirtschaftliches Studium. Neuerdings werden Forstwirte in Nationalparks nach amerikanischem Vorbild auch als Ranger eingesetzt, z.B. im Harz. Flexibel und ortsungebunden sollte man allerdings sein, betont de Buhr.

Denise Ahlhorn liebäugelt für die Zeit nach der Ausbildung mit einem forstwirtschaftlichen Studium. Aber auch eine Ranger-Tätigkeit könnte sie sich gut vorstellen. Zunächst einmal jedoch hat sie vor allem an einem richtig Spaß: „Dicke Bäume flachlegen.“