Cloppenburg - Zum großen Auftakt der „Klimaschutzallianz aus Handwerk und Landkreis“ hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) am Donnerstag zur Pressekonferenz ins Kreishaus geladen – und kündigte eine noch größere mit allen Bürgermeistern und anderen Vertragsunterzeichnern an. Alle 13 Kommunen, Kreis und Kreishandwerkerschaft wollen sich mit dem DBU-Projekt für mehr Klimaschutz durch energetische Gebäudesanierung stark machen und werben für den kostenlosen Energie-Check.
„Haus sanieren – profitieren“ lautet der Titel der Kampagne: Start war 2007. Ziel ist es, die Hemmschwelle für Ein- und Zweifamilienhausbesitzer zu senken, sich mit energetischer Gebäudesanierung auseinanderzusetzen – alles für den Klimaschutz. Hinter der kostenfreien Beratung verbirgt sich ein mehrseitiger Papierbogen, der ausgefüllt werden muss und dann ausgewertet wird. Eine Hausbegehung ist nicht erforderlich.
„Als Informationskampagne will ,Haus sanieren – profitieren’ Hausbesitzer vor allem für das Thema energetische Gebäudesanierung sensibilisieren“, so Pressesprecherin Isabel Krüger auf NWZ -Nachfrage. Ein Blick auf die DBU-Website verrät zudem, dass durch die Kampagne Arbeitsplätze im Handwerk gesichert werden sollen. Die Kampagne wird unter anderem vom Zentralverband des Deutschen Handwerks getragen, weitere Partner sind Banken.
„Jeder zweite kostenlose Energie-Check führt zu einem Auftrag im Handwerk. Seit dem Kampagnenstart wurden rund 480 000 kostenlose Energie-Checks bundesweit durchgeführt“, wirbt die DBU im Internet. Etwa 130 000 Energieberatungen (diese müssen bezahlt werden), und Investitionen von rund 5,8 Milliarden Euro seien so angestoßen worden.
Belege, dass Hausbesitzer von ihren Investitionen profitieren, gibt es nicht. Zwar schätzt die DBU, dass rund 750 000 Tonnen Kohlendioxid eingespart worden sein könnten – Studien wurden nicht veranlasst. Und das, obwohl ein Marktforschungsinstitut im Auftrag der DBU (soweit die Nutzer des Energie-Checks einverstanden sind) ein Jahr nach dem Check bei den Hausbesitzern nachfragt, ob Energieberatungen oder gar Sanierungen in Auftrag gegeben wurden. Die Pressestelle verwies am Donnerstag nach erneuter Nachfrage, ob sich die Checks und anschließenden Maßnahmen denn nun für die Hausbesitzer rentieren würden, auf ein Sanierungstagebuch und ansonsten auf „zahlreiche Studien, etwa der Deutschen Energieagentur (dena)“. Diese finanziert sich zu 50 Prozent aus öffentlichen Geldern und zu 50 Prozent aus Kooperationen, so mit Energieversorgern, Maschinen- und Anlagenbauern und der Erneuerbare-Energien-Branche.
Andreas Skrypietz (DBU) betonte beim Pressegespräch: „Energetische Sanierungen sind sinnvoll und erhöhen die Lebensqualität.“ Es gehe darum, die Klimaschutzziele zu erreichen und ein deutliches Zeichen zu setzen, weshalb die Kooperation auch so groß beworben werde.
