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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Beim Molkerei-Riesen DMK rumort es

18.02.2016

Bremen /Warendorf /Wiefelstede Unterdurchschnittlicher Milchpreis, Kündigungswelle zum Jahreswechsel, neue Unternehmensausrichtung: Bei Deutschlands größter Molkereigenossenschaft, dem Deutschen Milchkontor (DMK/Bremen/Everswinkel), rumort es. Am kommenden Dienstag, 23. Februar, findet deshalb in Osterholz-Scharmbeck eine außerordentliche Vertreter-Versammlung statt.

„Die Kündigungswelle zum Jahresende hat viel Unruhe unter den Mitgliedern ausgelöst“, sagt Hermann-Josef Schulze-Zumloh aus Warendorf im Münsterland, der die Aktion initiiert hat. Mehr als 500 Millionen Kilo Milch, rund sieben Prozent der gesamten Liefermenge, haben DMK-Erzeuger bei zweijähriger Kündigungsfrist zum Jahresende 2017 gekündigt.

Und auch die Auszahlungspreise des Molkereiriesen stoßen den Mitgliedern sauer auf. „Die DMK-Führung hatte angekündigt, dass die Preise im Vergleich mindestens im Durchschnitt liegen würden, nun sind sie unter allen großen Molkereien fast ganz unten“, sagt Schulze-Zumloh.

Laut der vorläufigen Jahresauswertung des niederländischen Bauernverbands (LTO) belegte DMK 2015 unter den großen Molkereien in der EU mit einer durchschnittlichen Auszahlungsleistung von 27,4 Cent/kg – 9,4 Cent weniger als 2014 – den drittletzten Rang. Weiter hinten rangieren nur noch die irische Glanbia und die niederländische Doc Kaas, mit der sich DMK zusammenschließen will. Im Schnitt sind der LTO-Auswertung zufolge von den großen Molkereien 30,83 Cent gezahlt worden – 7,3 Cent weniger als im Vorjahr.

„Wir wollen DMK nicht auseinandernehmen“, sagt Schulze-Zumloh. „Die außerordentliche Vertreterversammlung soll vor allem ein Wachrütteln sein.“ Offenbar haben viele DMK-Milchbauern Nachfragebedarf. Von den rund 430 Vertretern der Genossenschaft, die die rund 8500 DMK-Mitglieder repräsentieren, wird ein Großteil am Dienstag erwartet.

Die DMK-Geschäftsführung selbst will sich im Vorfeld der Versammlung nicht äußern, sagte ein Sprecher. Dafür nahm die ehrenamtliche Führung der Molkerei schon einmal Stellung. In der aktuellen Mitgliederzeitung warben Thomas Stürtz, Vorstandsvorsitzender der DMK eG, und Aufsichtsratschef Otto Lattwesen um Vertrauen in den Kurs der Molkerei. Beide verteidigten auch die hohen Investitionen der Molkerei in der jüngeren Vergangenheit.

„Ja, wir haben gemeinsam viel investiert, und ja, unsere Umsatzgeschwindigkeit ist ambitioniert“, so Lattwesen. „Aber es gab dazu mit Blick auf unsere Erfolgsaussichten keine echte Alternative.“

Der Aufsichtsratsvorsitzende warb zugleich abermals für die Gründung von Verkaufskontoren, um der Einkaufsmacht des Lebensmitteleinzelhandels etwas entgegenzuwirken. Die Kooperation von Molkereien zur gemeinsamen Vermarktung von Milchprodukten sei sehr sinnvoll.

Doch nicht nur bei DMK ist die Unruhe groß. Auch bei der Molkerei Ammerland (Wiefelstede) wachsen die Sorgen. In einem als „Vertrauliche Mitteilung“ gekennzeichneten Schreiben an die Milchlieferanten zeigte sich Geschäftsführer Ralf Hinrichs jetzt besorgt darüber, dass seit Dezember „expansive Tendenzen“ bei den angelieferten Milchmengen zu beobachten seien. Gleichzeitig seien die Verarbeitungskapazitäten „weitestgehend ausgelastet“.

„Jede zusätzlich gelieferte Milchmenge kann damit nur noch zu Dumpingpreisen im Markt abgesetzt werden“, erklärt er in dem Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt. Für die nächsten Monate sei ein Milchpreis von unter 25 Cent „sehr wahrscheinlich“.

Bei der Suche nach Lösungen schließe der Vorstand der Molkerei sowohl ein Nachfolgemodell zur Milchquote als auch kurzfristige, temporäre Modelle zur Mengenbegrenzung aus, schreibt Hinrichs. Die „Ammerland“-Führung fordere die Milcherzeuger deshalb „eindringlich“ auf, das „saisonale Mengenwachstum aktiv einzuschränken“.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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