Herr Lebedinzew, der neue Rat konstituiert sich am 3. November. Geht es danach gleich richtig an die Arbeit?

LebedinzewDas ist in der Tat so. Der neue Rat startet in einer unruhigen Phase. Es müssen viele Projekte fortgeführt oder auch neu angeschoben werden. Es geht auch gleich los mit den Haushaltsberatungen für 2017.

Was steht obenan?

LebedinzewDie Bauleitplanung für das neue Baugebiet, das wir an der Wilhelmstraße in Hude planen und ein weiteres Baugebiet in Wüsting mit 40 bis 50 Bauplätzen sind wichtige Themen. Die weiteren Gebäudesanierungen – Peter-Ustinov-Schule und Hallenbad – müssen auf den Weg gebracht werden. Es steht Einiges an Investitionsmaßnahmen an. Auch weitere, von Experten empfohlene Brandschutzmaßnahmen in den Schulen sollten umgesetzt werden

Was ist mit dem Bereich Straßensanierung?

LebedinzewDa ist bekanntlich großer Handlungsbedarf. Wir wollen ja die Sanierungs-Prioritätenliste mit dem Zweckverband überarbeiten. Ich denke, dass es gut wäre, mit dem neuen Rat auch eine Bereisung zu machen, damit alle wissen, worüber wir reden. Auch die Verbesserung der Situation am Bahnhofszugang Hude-Süd wird uns beschäftigen. Leider gibt es – außer Aufzug oder Rampenverlängerung – noch keine wirklich gute Lösung.

Und die Graffitis?

LebedinzewDas sind wir bekanntlich mit einem Arbeitskreis am Ball. Wir haben jetzt zunächst einmal den Auftrag vergeben, die Schmierereien im Tunnel zu beseitigen. Eine Idee ist, vielleicht Wandbilder durch professionelle Graffiti-Künstler gestalten zu lassen oder auch durch eine Schüler-Arbeitsgemeinschaft.

Was gibt es sonst zu tun für den neuen Rat?

LebedinzewWie gesagt: Die Liste ist lang. Wir wollen mit den Dorferneuerungsmaßnahmen weitermachen. Da steht noch Einiges auf dem Zettel. Der Wohnungsbau wird uns intensiv beschäftigen. Das was jetzt auf den Weg gebracht wurde mit Grundstücken für den Mehrfamilienhausbau, ist erst der Anfang, um Erfahrungen zu sammeln.

Es muss also noch mehr passieren?

LebedinzewFest steht, dass es einen großen Bedarf an kleinen und günstigen Wohnungen in Hude gibt. Wir werden weitermachen mit der Überarbeitung der alten Bebauungspläne, um zu schauen, was auch innerörtlich möglich ist. Stichwort ist das „Dichte-Model“: Wir wollen erkunden, wie dicht und wie hoch die Bebauung von innen nach außen sein kann. Eine Arbeitsgruppe beschäftig sich bereits damit. Es geht um die Gestaltung des Huder Zentrums. Wie kann das aussehen? Und den Streckenverlauf für die Fortführung der Dr. Gustav-Thye-Straße hat der alte Rat dem neuen Rat überlassen. Wichtig ist auch die weitere Entwicklung von Gewerbeflächen. In Holler-Neuenwege ist alles verkauft. Dort gibt es zwar noch 20 Hektar, die für Gewerbe ausgewiesen sind. Die gehören uns aber noch nicht.

Und dann ist das noch der Klosterbezirk?

LebedinzewIch habe ja schon einmal gesagt, dass wir einen Masterplan aufstellen müssen. Es gibt derzeit ein Sammelsurium von Verträgen rund um das Kloster. Es geht um Bauwerkssanierung, Modernisierung und die kultur-historische Vermarktung. In diesem Zusammenhang steht auch das Huder Tourismuskonzept noch aus. Beschilderung, themenbezogene Routen. Es muss aber auch gesagt werden, dass Hude touristisch nicht in den Himmel wächst.

Im alten Rat sind Sie gescheitert, für Hude die Stadtrechte zu beantragen. Wollen Sie den neuen Rat noch einmal fragen?

LebedinzewIch halte es nach wie vor für erstrebenswert, Stadt zu werden. Wir sollten uns dazu bekennen, wie viele Durchreisende uns wahrnehmen, nämlich als Stadt. Die Frage ist: Wo geht die Reise hin? – Im Wettbewerb um Arbeitsplätze und Arbeitskräfte würde uns die Bezeichnung Stadt beim Marketing helfen. Davon bin ich überzeugt.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude