Jever - Der jeversche Weihnachtsmarkt muss attraktiver werden. Darüber herrschte am Dienstagabend bei der Gesprächsrunde Einigkeit, zu der Bürgermeister Jan Edo Albers im Schützenhof eingeladen hatte. Rund 40 Jeveraner, Geschäftsleute und Schausteller, Ratsmitglieder, Vertreter des Bürgervereins und von „Jever Aktiv“ sowie einige wenige Privatleute, nahmen teil.
Offen blieb vorerst, ob der Weihnachtsmarkt auch in Zukunft auf dem Alten Markt bleiben soll. Wie berichtet, waren im vergangenen und in diesem Frühjahr Stimmen laut geworden, die den Kirchplatz als attraktiveren Standort sehen. Für die Geschäftsleute am Alten Markt und in der Fußgängerzone Neue Straße und Schlachtstraße sowie für die Schausteller ist das aber der schlechteste Standort: Auf dem Kirchplatz sei zu wenig Platz etwa um das Karussell aufzustellen, die Außenseite wird dienstags und freitags vom Wochenmarkt beansprucht und zudem sei Jevers Mitte für Auswärtige kaum zu finden. Auf dem Alten Markt dagegen sei der Weihnachtsmarkt auch für vorbeifahrende Auswärtige gut zu sehen und verlocke zum Spontanbesuch.
Holperiges Pflaster
Auch der Schlossplatz, wo der Weihnachtsmarkt zuletzt 2004 stattfand und wegen der Eisbahn 2005 auf den Alten Markt umzog, ist als attraktiver Standort noch im Gespräch. Nachteil beider Standorte: Das holperige Pflaster ist scher zu begehen und hindert alte Leute mit Gehbehinderung und Familien mit Kinderwagen am Weihnachtsmarkt-Besuch.
Bereits in diesem Jahr will „Jever Aktiv“ deshalb Abhilfe schaffen und auf dem Alten Markt große Teppiche mit einem Sandbett auslegen, die das Begehen des Pflasters erleichtern, berichtete Dieter Nöth.
Ein großer Nachteil ist, auch darüber herrschte Einigkeit, dass es in diesem Jahr keine Eisbahn mehr gibt. „Die Eisbahn war ein Magnet, es wäre fatal, wenn sie dauerhaft wegblieb“, betonte Detlef Reuter. Die Eisbahn war seit 2005 unter Regie von „Jever Aktiv“ von jeverschen Betrieben mit rund 28 000 Euro gesponsert worden – mit Einführung des Fremdenverkehrsbeitrags wurde das zusätzliche Sponsoring vorerst eingestellt (die NWZ berichtete).
Wie sich in der Diskussion zeigte, wären aber Gastwirt Oliver Jache und weitere Geschäftsleute durchaus bereit, Geld in die Hand zu nehmen, um den Weihnachtsmarkt mit eigenen Angeboten, zum Beispiel einer Kunsteis-Bahn, attraktiver zu machen – wenn sie denn nicht ausgebremst werden.
Fest stand am Ende des Gesprächs, dass es zu spät ist, um beim Weihnachtsmarkt 2014 noch „das große Rad zu drehen“, wie Bürgermeister Albers sagte. Er wird direkt im Januar erneut zum Gespräch einladen, um mit frischen Eindrücken vom Weihnachtsmarkt Verbesserungsvorschläge zu sammeln, die 2015 umgesetzt werden sollen. Angedacht ist etwa eine Verlängerung des Weihnachtsmarktes in die Altstadt unter Beteiligung von Vereinen, Gruppen und Verbänden.
Kleines Programm
Allerdings gibt es auch für dieses Jahr schon Verbesserungen: Wie Maike Theesfeld vom Stadtmarketing berichtete, soll der Weihnachtsmarkt mit einheitlicher Dekoration, „ordentlichen“ Tannen und einem Lichterteppich schöner gemacht werden. Zudem wird es eine Bühne für wechselndes Programm geben, möglicherweise kommt der Coca-Cola-Truck und es soll „kleine Freuden“ für Kinder geben.
