Der abgehende König der Harpstedter Bürgerschützen hatte noch nicht einmal seine Königskette abgelegt, da konnte er schon den nächsten Königstitel einheimsen. Beim Wettbewerb „König der Könige“, der wie immer am Pfingstdienstag unter den ehemaligen Königen ausgeschossen wird, setzte sich Lars Tangemann (I. Rott) gegen 25 Mitbewerber durch. Sieben waren ins Umschießen gekommen, aber nur die Majestät 2010 landete mit einer „12“ den Volltreffer. „Daran sieht man, dass er zurecht König geworden ist“, sagte Fleckenbürgermeister Werner Richter bei der Pokalübergabe auf dem Krönungsplatz.
Eine zweite Trophäe, den U 21-Pokal, überreichte Werner Richter an den besten Jungschützen zwischen 18 und 21 Jahren. Simon Kasch, Sohn von Offizier Michael Kasch, löste Vorjahresgewinner Jan Windhorst ab. 13 junge Männer waren am Dienstag in dem Unter-21-Wettbewerb angetreten.
Doch nicht nur das junge Schützenvolk erfuhr eine Ehrung. Beim Bataillonsappell auf dem Marktplatz wurden zwei langjährige Bürgerschützen ausgezeichnet. Ehler Hormann (ovales Bild, rechts) vom I. Rott bekam für 50 Jahre Teilnahme am Bürgerschützenfest eine Ehrenplakette von Oberst Hans-Peter Hellbusch überreicht. 60 Jahre marschiert bereits Alfred Stolle (ovales Bild, links), Bürgerschützenkönig von 1957 aus dem IV. Rott, mit aus. Für ihn gab es einen Ehrenteller. Für 40 Jahre Ausmarschieren steckte Bürgermeister Werner Richter Ehrenplaketten des Fleckens Harpstedt an die Brust von Klaus Steppath, Walter Maschmann und Theo Sander (alle III. Rott) sowie ans Revers von Oberleutnant im Offizierskorps Heiner Göbberd, Reinhard Stolz und Albrecht Windhorst (alle IV. Rott).
Eine Neuerung erfuhr das Harpstedter Bürgerschützenfest am Montag nach der Krönung des Kinderkönigs. Die Übergabe des Rottpokals erfolgte nicht erst bei der Nachfeier am Sonnabend nach Pfingsten, sondern bereits am Pfingstmontag, gleich nach dem Wettbewerb. „So war einfach die Spannung größer“, meinte Presseoffizier Michael Kasch. In diesem Jahr holten Schützen des III. Rotts mit 142 Punkten den begehrten „Pott“ gefolgt vom I. (137 Ringe), dem II. (136) und dem IV. Rott (132) . „Am Ende war es ein heißer und fairer Wettbewerb“, so Bürgermeister Werner Richter, bevor er den Pokal an die Schützen Heinrich Sudmann, Rüdiger Wolle, Niko Gerke, Holger Bahrs, Jens Wessel und Arne Siemers und Korporal Werner Thomas übergab.
Das Vorverlegen der Rottpokal-Übergabe war nicht die einzige Neuerung auf dem Bürgerschützenfest, die gut ankam. So erwies sich der Pendelverkehr mit dem Oldtimer-Shuttlebus großer Beliebtheit. „Der Pendelverkehr wurde rege genutzt. Dadurch waren auch mehr Leute auf dem Platz“, freute sich Presseoffizier Michael Kasch. Auch das Mittagsbüfett für jedermann, das das Bürgeressen der vergangenen Jahre ablöste, fand zahlreiche Abnehmer. „Das ging restlos weg. „Die Letzten haben schon gar nichts mehr bekommen“, berichtete Kasch. Zur guten Stimmung auf dem Festplatz am Schützenfesthaupttag trug zum ersten Mal DJ Toddy mit seiner Hüttendisco in der Rottscheune bei. Vor allem die jüngeren Festbesucher genossen die Partystimmung bei fetziger Musik. „Mit allen Neuerungen sind wir zufrieden, auch wenn an dem einen oder anderen noch etwas gefeilt werden kann“. bilanzierte Kasch.
