Berne - Trotz bestehender Schutzgebiete schreitet der Verlust von Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensräumen weiter voran. Die Vielfalt nimmt immer weiter ab. Um diesem Trend entgegenzuwirken, beschäftigen sich Verena Delius, Antje Neuhaus-Scholz und Hauke Uphoff-Bartelds (Bündnis 90/Die Grünen) seit 2013 im Berner Gemeinderat mit dem Thema Blühstreifen.
Zu einer Informationsveranstaltung zu diesem Thema luden die Berner Grünen nun in die Kulturmühle ein. Das Ziel der Grünen sei es, die Erhaltung von Artenvielfalt und Lebensräumen in der Gemeindeentwicklung zu verankern, sagte Antje Neuhaus-Scholz, die genau wie ihre Mitstreiter die Bevölkerung einbinden möchte – sei es durch Vorschläge zu möglichen Standorten, Ideen bezüglich der Umsetzung und Finanzierung oder auch der tatkräftigen Unterstützung.
Anhand von Beispielen anderer Kommunen stellte Hauke Uphoff-Bartelds verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten im städtischen oder ländlichen Bereich vor. In Bremen ließ man beispielsweise den Rembertiring mitten in der Innenstadt aufblühen und in Dötlingen die Gewässerränder. In Melle legte die Jägerschaft 26 Hektar Blühflächen an, in Bersenbrück und Sachsen-Anhalt initiierten Hegering und Bauernverband Blühstreifenprogramme. Alte Kulturpflanzen, wie Lein oder Schlafmohn, ließ man mancherorts auf die Felder zurückkehren und nutzt diese nun auch wirtschaftlich.
Um davon etwas in Berne umsetzen zu können, müssen jedoch zuerst einmal die Eigentumsverhältnisse der infrage kommenden Flächen geklärt werden, lautete einer der ersten Vorschläge beim munteren Ideen- und Erfahrungsaustausch.
Viel könne man schon – ohne finanziellen Mehraufwand – allein durch Absprachen für die Artenvielfalt tun. Oft sei es einfach Unwissenheit, wenn zur falschen Zeit Wegränder gemäht oder Gräben gelotet würden, erzählte Erika Schmidt. Beim Bauhof stieß sie nach einem Hinweis sofort auf Verständnis, so die in der Stedinger Nabu-Gruppe engagierte Naturfreundin.
Wenn es auf dem benachbarten Blühstreifen wuchert, sei die Angst vor Unkraut oft groß. Um die Akzeptanz der Bevölkerung zu erlangen, dürfe neben dem ökologischen Nutzen in Wohngebieten auch die Optik nicht ganz außer Acht gelassen werden, gab Frank Schwarz von den Lemwerderaner Grünen zu bedenken.
Damit es vielleicht schon im nächsten Jahr mehr in Berne blüht, muss bis kommenden April gesät werden. Zweimal möchte sich der frisch ins Leben gerufene Arbeitskreis für die Planung weiterer Schritte in diesem Jahr noch treffen. Am Mittwoch, 29. Oktober, soll die nächste Zusammenkunft sein.
