„Vielschwimmer gehen teuer baden“ (NWZ  vom 25. Januar),

Die Position von Rat und Verwaltung auf das Angebot von Saisonkarten zu verzichten, hat mich schon sehr überrascht. Als ich dann auch noch lesen musste, dass zumindest nach Ansicht eines Ratsmitgliedes die Vielschwimmer erheblichen Anteil an den hohen Betriebskosten haben, hat es mir anfänglich die Sprache verschlagen. Sind es nicht die Vielschwimmer, die ihrem Bad immer und zu jeder Zeit, und seien die Umstände noch so widrig, die Treue gehalten haben? Und jetzt macht man uns mitverantwortlich für die hohen Kosten. (...)

Die Betriebskosten entstehen letztlich doch wohl dadurch, dass das Bad zu den entsprechenden Zeiten überhaupt geöffnet hat. Pumpen, Beleuchtung und nicht zuletzt Personal sind vorzuhalten, unabhängig davon ob Schwimmer im Becken sind oder nicht. Durch die Blume zu behaupten, die Vielschwimmer kommen nur, um die eigenen Duschkosten zu sparen, treibt einem schon die Zornesröte ins Gesicht. Die Vielschwimmer gehen deshalb ins Bad, weil wir etwas für unsere Gesundheit tun wollen. (...) Richtig konsequent wäre es von Verwaltung und Rat, jetzt die Frühschwimmerzeiten komplett zu streichen. Dann wäre die Problematik zu Ende gedacht, dann lassen sich real Kosten sparen. Warum sollten wir das Bad überhaupt öffnen (...)

Aber noch ist ja nichts entschieden. Ich habe die Hoffnung, dass das „Projekt Schwimmbad“ endlich einmal ein Projekt wird, an dem Rat und Verwaltung ihren ramponierten Ruf wieder aufpolieren können. (...) Ich rufe Sie daher auf, noch einmal in sich zu gehen und im Sinne aller Schwimmer eine für alle tragbare Struktur bei den Eintrittspreisen zu finden.

Hermann Petermann Wildeshausen

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Wir sind seit neun beziehungsweise zwei Jahren Besitzer von Dauerkarten und freuen uns über die Möglichkeit, als Vielschwimmer aus gesundheitlichen/therapeutischen Gründen das Schwimmbad bald wieder täglich nutzen zu können. Die Dauerkartenbesitzer und Vielschwimmer, die dort um uns herum schwimmen, (...) nutzen diese Möglichkeit ebenfalls, um sich gesund und fit zu halten und bestimmt nicht, um Duschwasser und Heizung zu Hause zu sparen.

Gern sind wir bereit, einen höheren Preis als die bisherigen 140 Euro jährlich zu zahlen, das hätten wir auch in den letzten Jahren schon getan! Aber wir sind nicht bereit, die Versäumnisse der Stadt Wildeshausen, die Preise jedes Jahr moderat zu erhöhen, jetzt mit einer unglaublichen 600-prozentigen Preiserhöhung auszubügeln.

Für zwei Personen mal circa 800 Euro = 1600 Euro Eintrittskosten im Jahr können wir uns zu Hause auch ein schickes Fitnessstudio einrichten.

Das bedeutet im Umkehrschluss für die Stadt Wildeshausen, dass sie von den geplanten 100 000 Besuchern im Jahr für das neue Bad nur für uns zwei Dauerkartenbesitzer schon circa 600 Besuche abziehen kann.

Sollten sich also nur 60 Dauerkartenbesitzer entscheiden, nicht mehr schwimmen zu gehen – auch vielleicht sogar, weil sie gar nicht in der finanziellen Lage sind, diese hohen Kosten zu zahlen – dann fehlen schon 18 000 Besucher. Jetzt darf uns Herr Rebensburg gern erklären, woher er dann die Betriebskosten für das neue Bad nehmen möchte. Die Öffnungszeiten sind ja beschlossen wie die Eintrittspreise. Heizung, Pumpen, Licht, Personal: Alles ist dann um 6.30 Uhr da, nur die Schwimmer nicht! (...)    

Christel und Martin Thale Wildeshausen