Aldrup - „Ich habe einfach Spaß am Umgang mit Lebensmitteln,“ so Miriam Immoor. „Ein Bürojob, das wäre nichts für mich.“ Die 21-Jährige aus Drebber (Landkreis Diepholz) will sich in einem Berufsfeld behaupten, das angesichts der Diskussion um die richtige Ernährung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Sie wird beim heimischen Kartoffelspezialisten „Agrarfrost“ zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik ausgebildet.

„Das Berufsbild gibt es in Deutschland schon seit mehr als 30 Jahren“, sagt Ausbilder Bernt Müller. Allerdings hätten sich die hohe Kompetenz und das breite Aufgabenspektrum der Fachkräfte für Lebensmitteltechnik noch nicht herumgesprochen. Die Fachkräfte werden nicht nur in der Nährmittelindustrie, sondern auch bei Herstellern von Erfrischungsgetränken oder Mineralwassern benötigt. Voraussetzung sei ein guter Realschulabschluss. Im Zeugnis achte er auf die Noten in Mathematik, Chemie oder Physik, räumt Müller ein. Wichtig sei auch technisches Verständnis für Maschinen und Anlagen. Insgesamt zehn Auszubildende hat „Agrarfrost“ zum August eingestellt. Sie erhalten einen genauen Ausbildungsplan. „Außerdem stellen wir unseren Nachwuchskräften in den ersten Wochen einen Paten zur Seite“, erläutert Müller. „Meistens handelt es sich um Auszubildende aus dem dritten Lehrjahr.“ Aber auch beim Chef stehe die Tür stets offen.

Miriam Immoor hat an den Berufsbildenden Schulen in Diepholz ihr Abitur mit dem Schwerpunkt auf Ökotrophologie gemacht. „Dort wurde einmal im Rahmen eines Informationstages der Beruf vorgestellt“, verrät sie. Nach mehreren Bewerbungen habe es bei der Firma „Agrarfrost“ mit dem Start in den Traumberuf sofort geklappt.

Ihre Schicht beginnt bereits um 6 Uhr. „Ich habe mich ans frühe Aufstehen gewöhnt.“ Immoor ist vorwiegend in der Produktion – und dort im Bereich Qualitätssicherung – eingesetzt. Sie kann am Schaltschrank die voll automatisierte Produktion steuern. Übers Fließband kommen nicht nur Pommes, Kartoffelkroketten und -puffer, sondern auch diverse Spezialitäten. Dazu gehören Kartoffeltaschen mit Spinat oder Frischkäse. „Eine Tasche mit Spinat hat 62 Gramm“, kommt es wie aus der Pistole geschossen, während sie eine Probe zieht. „Wir prüfen unter anderem Geruch, Gewicht und Konsistenz der Rohware.“ Im firmeneigenen Labor geht’s ans Eingemachte.

Miriam Immoor schätzt die Vielseitigkeit des Berufs. Es geht um Zusatzstoffe in Lebensmitteln oder betriebswirtschaftliche Grundlagen. „Alles total spannend“, lobt sie den Unterricht an der Berufsschule in Bremen. In ihrer Freizeit reitet die 21-Jährige gern oder kocht. Zu ihren erklärten Lieblingsgerichten gehört Pizza. Die gibt es allerdings noch nicht im Sortiment von „Agrarfrost“.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent