VIELSTEDT - „Wir wollten zeigen, was Landwirtschaft früher für eine harte Arbeit war und Kindern sowie Jugendlichen verdeutlichen, dass die Milch nicht aus der Tüte kommt.“ So benennt Linda Alzog, Erste Vorsitzende des Vereins „Frünn van de ole Landmaschin“ das Ziel, das der Verein mit dem Vielstedter Dreschfest am Vielstedter Bauernhaus erreichen wollte.
So gab es für die Besucher viele historische und im Vergleich dazu moderne Maschinen der Landwirtschaft zu sehen. Dazu gehörte zum Beispiel ein Gabelwender, mit dem früher das Heu auf dem Feld auseinander geworfen wurde. „Das Heu wurde damit aufgelockert, damit es besser trocknen konnte“, erklärt Arno Rodiek vom Verein. Das älteste Modell davon heißt Harkmaschine. „Die wurde früher noch vom Pferd gezogen“, weiß Rodiek. Die moderneren Geräte dieser Sorte werden laut Rodiek Schwader genannt. „Die werden von einem Trecker gezogen.“
Der Fortschritt der Landwirtschaft war auch deutlich an den Grasmähern zu sehen. „Die Messer der modernsten Mäher sind locker zehn Meter lang und werden von einem 250 PS starken Fahrzeug betrieben“, sagt Rodiek. Bei dem historischen Modell, das in den 30er Jahren gefertigt wurde, war das Messer deutlich schmaler und kürzer. „Außerdem gab es noch einen Hebel, mit dem das Messer per Hand ausgeklappt werden musste“, so Rodiek. Auch das Gerät wurde früher von Pferden gezogen.
Von der Dreschmaschine gab es mehrere historische Versionen. Eine davon besitzt Horst Osterloh. „Ich bin früher mit der Maschine als Lohnunternehmer von Hof zu Hof gefahren“, erzählt der Landwirt. Das Korn vom Feld wurde auf den jeweiligen Höfen gesammelt und dann per Hand auf das Förderband der Dreschmaschine geschöpft. „In der Maschine wurde dann das Korn von der Spreu getrennt“, so Osterloh. Eine kleine Version des Geräts, das auch mit einem Motor angetrieben wird, besitzt Thorsten Witte. „Das war schon ein beachtlicher Fortschritt für die damalige Zeit“, so Witte.
Aber nicht nur die großen Maschinen der damaligen Zeit wurden in Vielstedt demonstriert. Auch die historischen Geräte des Haushalts wie Bügeleisen oder Kochherde konnten sich die Besucher ansehen.
Mit der Veranstaltung zeigte sich der Verein insgesamt sehr zufrieden. Ein kleiner Wermutstropfen war aber das Wetter am Sonnabend. Denn dort sollte eigentlich das „Traktor-Pulling“ stattfinden. „Der Platz war aber zu nass. Die Fahrzeuge hätten nur Schlamm vor sich hergeschoben. Deswegen mussten wir die Veranstaltung absagen“, sagt Karl-Heinz Alzog, der auch seinen Traktor präsentieren wollte. „Natürlich waren trotzdem viele Leute da, die sich das ansehen wollten“, so Alzog. Deshalb hatten die Organisatoren provisorisch ein paar Buden geöffnet.
