Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Bürger ergreifen sofort die Initiative

VIELSTEDT/GANDERKESEE - Zentrales Gremium ist ein Arbeitskreis. Die fünf Dörfer entsenden jeweils drei Vertreter.

Von Stephan Onnen

VIELSTEDT/GANDERKESEE - Private Bauherren können mit öffentlichen Zuschüssen Dächer neu eindecken, Fassaden gestalten, Gärten anlegen – sofern es dem Erhalt des dörflichen Charakters dient. Landwirte haben die Chance, kostengünstig Stallentlüftungsanlagen modernisieren zu lassen, Hecken und Zäune aufzustellen. Die Gemeinde kann Buswartehäuschen aufstellen, Straßenbeleuchtung installieren, Gemeinschaftsanlagen bauen – die Liste der Möglichkeiten, die die Aufnahme ins niedersächsische Dorferneuerungsprogramm für die Bauerschaften Hohenböken, Grüppenbühren, Vielstedt, Nordenholz und Norderholzermoor bietet, ist lang. Diese und andere Beispiele für förderfähige Maßnahmen nannten der Leiter des Amtes für Landentwicklung Oldenburg, Bernhard Ellberg, und Diplom-Ingenieur Werner Steimer, Projektleiter bei der Planungsgesellschaft NWP, am Dienstagabend im „Vielstedter Bauernhaus“. Dort traf die Bürgerversammlung als Auftakt für die „Verbunddorferneuerung Hasbruch“ auf

große Resonanz: Rund 150 Menschen sorgten dafür, dass kein Stuhl im Saal mehr frei blieb.

Das lebhafte Interesse schlug sich sogleich in der Bildung eines Arbeitskreises nieder, dem jeweils drei Vertreter der fünf Ortschaften angehören. Mitwirken wollen Evelyn Rüdebusch, Arno Rodiek und Peter Linnemann (Vielstedt), Gerold Rüdebusch, Heiko Aschenbeck und Rudolf Tönjes (Nordenholz), Gerd Böhme, Robert Stubbemann und Hergen Kaper (Nordenholzermoor), Lisa Dirks, Günther Rohne und Hans-Joachim Wallenhorst (Hohenböken), Marlies Rodiek, Cord Schütte und Hartmut Warrelmann (Grüppenbühren).

„Bausteine des Verfahrens“, so Werner Steimer, sind Bürgerversammlungen, Bereisungen, Workshops, die in allen fünf Dörfern einberufen werden sollen, sowie Ausstellungen, die in den Ortschaften über den Gesamtstand der Planungen informieren. Bis zur Fertigstellung des Dorferneuerungsplanes, der von den Gemeinderäten in Hude und Ganderkesee beschlossen und vom Amt für Landentwicklung anerkannt werden muss, kalkuliert Ellberg mit einer ein- bis zweijährigen Planungsphase.


Hudes Bürgermeister Axel Jahnz freute sich ebenso wie seine Ganderkeseer Amtskollegin Alice Gerken-Klaas auf die interkommunale Zusammenarbeit. Dass dies überhaupt möglich geworden ist, ist nicht zuletzt Jahnz’ Verdienst: „Er hat so lange gebohrt, bis wir die Dörfer zur Aufnahme ins Förderprogramm vorgeschlagen haben“, sagte Ellberg.

30-Prozentige Förderung

Öffentliche

Vorhaben im Rahmen der Dorferneuerung werden mit bis zu 50-prozentigen Zuschüssen gefördert. Der Mindestzuschuss beträgt 5000 Euro.

Bei privaten

Baumaßnahmen werden bis zu 30 Prozent der Kosten übernommen. Die Mindestzuschusshöhe liegt bei 2500 Euro, so dass wenigstens 8333 Euro investiert werden müssen, um Zuschüsse beantragen zu können. Es werden höchstens 20 000 Euro pro Objekt als Zuschuss gezahlt. „Mit der Ausführung dürfen Sie erst dann beginnen, wenn Sie den Zuwendungsbescheid in den Händen halten“, mahnte der Leiter des Amtes für Landentwicklung, Bernhard Ellberg.

Der Förderzeitraum

umfasst etwa sieben Jahre. Der Fördertopf werde als Anfangskapital mit einer „sechsstelligen Summe“ ausgestattet sein, kündigte Ellberg an.
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

POSITIVES VOTUM Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH – Rießelmann spricht von „Happy End“

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden