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MITTELSTAND Garage als erster Firmensitz

VIELSTEDT - Das Familienunternehmen wurde 1987 gegründet. Die erste Werkstatt befand sich in einer Garage in Hude.

Von Andreas Naaf

VIELSTEDT - Sie steht für die Erfüllung des amerikanischen Traums: Die Geschichte der Apple-Gründer Stephen Wozniak und Steven Jobs, die ihre ersten Computer in den siebziger Jahren in einer Garage bauten und später erfolgreiche Unternehmer wurden. Dass dieser Traum aber gar nicht so amerikanisch ist, zeigt die Hartgen GmbH in Vielstedt. Auch sie hatte 1987 ihren Ursprung in einer kleinen Garage. Damals gründeten Rudolf Hartgen, sein Sohn Ralf und dessen Frau Helma dort eine eigene Firma, nachdem sie durch den Konkurs des Hudo-Werkes arbeitslos geworden waren. Während die beiden Männer in der Huder Garage die ersten Komponenten für Förderanlagen herstellten, kümmerte sich Helma Hartgen im Wohnhaus um das Organisatorische. Schnell kamen mehr Aufträge, die Werkstatt wurde zu klein. 1989 zog das Unternehmen in die alte Schmiede Blankemeyer in Vielstedt um.

Inzwischen hat sich die Firma Hartgen zu einer kleinen Erfolgsgeschichte entwickelt. Appelsche Dimension hat sie zwar nicht erreicht. Aber immerhin beschäftigt die Hartgen GmbH heute 21 Mitarbeiter und bietet eine sehr breite Produktpalette an: von der Förderanlage für Tierfutter bis hin zu Gartenzäunen (Details: s. Infokasten). Einzige Voraussetzung: Das Produkt muss aus Metall sein.

„Ware von der Stange gibt es bei uns nicht“, sagt Helma Hartgen, die seit 1997 als Geschäftsführerin fungiert. Man entwickle individuelle Lösungen für jeden Kunden. „Wenn einer lila Schweinchen auf seiner Anlage haben will, kriegt er die“, umschreibt Erwin Kneehans, technischer Leiter der Firma, scherzhaft die Flexibilität der Einzelteilproduktion.

Jeder Kunde wird von der ersten Anfrage bis zur Montage des fertigen Produkts betreut. Sogar in Bahrain haben die Vielstedter schon Förderanlagen eingebaut. In Zukunft will der Betrieb im Ausland aber noch aktiver werden. „Europa ist die Zukunft“, sagt Helma Hartgen, „und in so einem hart umkämpften Markt muss man flexibel sein.“


Das gilt auch für die Gewinnung neuer Geschäftsräume. Erst kürzlich musste Helma Hartgen ihr Wohnhaus räumen und ins Nachbarhaus ziehen, um Platz für neue Büros zu schaffen. In ihrem alten Wohnzimmer wird nun fleißig am Erfolg der Firma gearbeitet – immerhin besser als in einer Garage.

Produktion in einer 400 Quadratmeter großen Werkstatt

Ein sehr wichtiges

Geschäftsfeld der Firma Hartgen

ist der Bau von Förderanlagen für Schüttgüter wie Getreide oder Tierfutter. Die Baupläne werden jeweils auf die Bedürfnisse des Kunden abgestimmt und an zwei Computern erstellt. In der rund 400 Quadratmeter großen Werkstatt läuft die Produktion. Ist eine Anlage fertig, rückt das Montage-Team der Firma aus, um die Maschine zu installieren.

Blechzuschnitte,

Schweiß- und Stanzarbeiten gehören auch zum Repertoire der Firma. Dafür hat der Betrieb kürzlich eine hochmoderne Abkantpresse angeschafft. Mit Hilfe der Maschine können etwa verwinkelte Teile für Wintergartendächer produziert werden.

Ein Vorzeigeprodukt

ist auch der „Big Bag“ – eine Maschine zur genauen Dosierung von Schüttgütern. Dabei wird ein großer Sack, der bis zu zwei Tonnen Gewicht tragen kann, in ein Stahlgestell eingehängt. Am unteren Ende des „Big Bag“ befindet sich eine Dosierstation, die den Inhalt des Sacks je nach Bedarf dosiert abgibt – etwa auf ein Förderband.
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