VIELSTEDT - VIELSTEDT - Linda und Karl-Heinz Alzog fahren gerne Caprio. Bei schönem Wetter schnappen sie sich ihre beiden fahrbaren Untersätze und erkunden die Gegend – mit offenem Verdeck. Die beiden Vielstedter werden dabei von einigen neugierigen Augen verfolgt. Aber nicht weil sie mit einem Porsche über die Landstraßen heizen, sondern weil sie es gemächlich angehen lassen – und zwar in Trecker-Oldtimern.

Das Ehepaar hat den Trecker-Virus. Beide sind bereits in ihrer Kindheit von den Landmaschinen damit angesteckt worden, und es hat sie bis heute nicht losgelassen. Die Köchin und der Transportunternehmer restaurieren alte Trecker, besonders die Marke „Hanomag“ hat es ihnen angetan.

Davon besitzen sie bereits drei Stück. Außerdem stehen noch ein Massey Ferguson (Baujahr 1963) und ein Deutz (Baujahr 1953) bei den Alzogs. Die beiden Hanomag R40 aus den Jahren 1947 und 1948 sind ihre persönlichen Lieblinge. Mit den dunkelgrünen 3,8 Tonnen schweren Gefährten machen sie ihre Ausflüge, zum Teil bis an die Küste. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 35 Stundenkilometern kann das schon mal ein wenig dauern, aber bei den Treckertouren gilt ganz besonders: Der Weg ist das Ziel.

Ihr neuestes Projekt ist ein Hanomag R45 (Baujahr 1954). Und Träume von weiteren Prachtstücken haben die beiden auch noch. „Ein RL20, das wäre das größte“, sagt Linda, „doch der ist nur ganz selten gebaut worden.“ Für ein solch seltenes Modell müssten die beiden tief in die Tasche greifen. Das haben sie für ihr Hobbys ohnehin schon getan. Denn die Reparaturen, wenngleich die beiden sie selbst vornehmen, sind nicht billig. Die neu hergestellten Ersatzteile kosten Geld – von den Anschaffungskosten ganz zu schweigen.

Und die waren immer schon hoch. Karl-Heinz Alzog zeigt den Fahrzeugbrief eines Hanomags aus dem Jahr 1948, in dem auch der Kaufpreis aufgeführt war: Stolze 9635 Reichsmark musste der damalige Besitzer für den Trecker hinlegen. Vergleichsweise günstig waren hingegen die Kosten der TÜV-Abnahme. Für nur 5,20 Mark warfen 1963 die Mechaniker einen Blick auf das Fahrzeug.


Sicher, die Oldtimer verursachen Kosten. Doch eine Tour auf den Hanomags durch die Region lässt die Alzogs nicht an Geld denken. Und sie freuen sich über die Aufmerksamkeit, die die Trecker bei den Menschen genießen. So wie an diesem einen Tag, an dem Karl-Heinz und Linda Alzog ihre Trecker in die Wildeshauser Innenstadt lenkten, um dort ein Eis zu essen. Sie stellten die Hanomags direkt neben zwei Porsches. Und die Anziehungskraft der beiden Sportwagen nahm rapide ab.