VIELSTEDT - Ganz im Zeichen geschichtlicher Jubiläen stand am Montagabend die Jahreshauptversammlung des Orts- und Heimatvereins Vielstedt. Zum einen stellte der Vorstand das vom 12. bis 14. September geplante Rahmenprogramm für die Feier zum 750-jährigen Bestehen Vielstedts vor, zum anderen berichtete der ehemalige Revierförster Heino Tielking kenntnis- und anekdotenreich aus der 150-jährigen Historie der Jagdhütte im Hasbruch.
Die Feierlichkeiten zum Dorfjubiläum werden rund um das Vielstedter Bauernhaus stattfinden. „Das Grundgerüst des Programms steht“, sagt Schriftführerin Anke Janzen. Zum Auftakt am Freitag, 12. September, gibt es ein plattdeutsches Theaterstück im Bauernhaus. Welche Theatergruppe spielen wird, ist noch offen. Am Sonnabend, 13. September, wird ab 20 Uhr ein „Holschenball“ mit DJ-Begleitung gefeiert. Für Sonntag, 14. September, ist ein großer Festumzug mit Motiv-Wagen und Fußgruppen geplant. Die Teilnehmer treffen sich um 11 Uhr, um 12 Uhr ist Start beim Ponyhof am Sandfang. Die Umzugsroute führt über Lessingstraße, Goethestraße, Hohelucht, Hogelied und Nordenholzer Straße zum Vielstedter Bauernhaus. Um 14 Uhr sollen am Ziel offizielle Ansprachen folgen, ehe ein bunter Nachmittag eingeläutet wird, bei dem sich alles um die Vielstedter Vereine drehen wird, die sich am und im Vielstedter Bauernhaus präsentieren. „Wir haben bereits viele tolle Ideen gesammelt“, freut sich Anke Janzen.
Eine Attraktion soll das Traktor-Pulling sein. Bei diesem Zugkraftwettbewerb geht es darum, mit Zugmaschinen einen Bremswagen möglichst weit auf einer Wettkampfbahn zu ziehen.
Auch Führungen im Hasbruch werden zum Programm gehören. Dort kennt sich kaum einer so gut aus wie Heino Tielking, der von 1975 bis 2004 das Amt des Revierförsters inne hatte. Er berichtete am Montagabend über die 150-jährige Geschichte der Jagdhütte. Der 1857 entstandene hölzerne Bau hat ganz unterschiedlichen Zwecken gedient – er war beispielsweise Anlaufpunkt für Hoheiten des Großherzogtums Oldenburg, behelfsmäßige Unterkunft für Familien nach dem Zweiten Weltkrieg und Treffpunkt für den „Mondschein-Club“, dem neben anderen auch Hasbruchmaler Ludwig Fischbeck angehörte. Tielking berichtete auch von einem kuriosen Fund von Weinflaschen, die aus der Zeit um die Jahrhundertwende stammten und 1978 bei Erneuerungsarbeiten unter dem Dielenboden entdeckt wurden. Der Bruder des letzten Großherzogs, der für eine „Entziehungskur“ auf die Hütte verbannt worden war, hatte dort vor Antritt seines „Zwangsurlaubs“ einen Vorrat versteckt.
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