Oldenburg - Eine Taxi-Zentrale für alle Unternehmen gibt es in Oldenburg – anders als in anderen Städten – nicht. Sieben Einzelzentralen nehmen derzeit die Wünsche der Fahrgäste entgegen. Doch drei Unternehmen starten in Kürze eine „dezentrale Zentrale“, auf der Touren, die die Unternehmen selbst nicht abarbeiten können, über eine offene Plattform an andere abgegeben werden. Das teilten die beteiligten Unternehmen AB-Taxen, Hatscher (Acht-Elf-Elf) und Stern-Taxi am Donnerstag mit.
Offene Plattform
Ab Oktober soll die „offene Plattform“ in Betrieb sein, sagte Hans-Günther Bartels (Holding AB-Taxen und Taxi-Ruf Oldenhurg). Remmer Witte (Hatscher, „Acht-Elf-Elf“) erläuterte den Hintergrund: „Seit der Mindestlohn gilt, können die Taxi-Unternehmen nicht mehr ständig alle Taxen auf der Straße haben. Das führt in Stoßzeiten zu Engpässen bei der Erledigung vorbestellter Aufträge.“ Die bisherige Praxis, am Telefon nach Taxis zu suchen, die den Auftrag übernehmen können, „sei sehr arbeitsaufwendig und nicht immer von Erfolg gekrönt“.
Zurzeit sind mit den drei beteiligten Unternehmen 93 der 158 Oldenburger Taxen an der Plattform beteiligt, sagten Ferruh Bagriacik (Stern-Taxi) und Hakan Bilgic (Geschäftsführer AB-Taxen). Ralf Rippen (Geschäftsführer Taxi-Ruf) erläuterte, dass die drei Unternehmen jeweils selbst in die nötige Hard- und Software investiert hätten.
Der Anbieter habe deutschlandweit mehr als 100 Kunden. Die Plattform sei offen für alle Oldenburger Taxi-Unternehmen. Man habe auch die anderen angesprochen, sagte Bartels; dort sei man aber zurzeit nicht bereit, zu investieren.
Die Unternehmen arbeiten mit getrennten Plattformen, könnten aber „überzählige“ Touren in eine gemeinsame Plattform einstellen. Mit diesem Vermittlungssystem könnten auch Aufträge von Großkunden wie der Deutschen Bahn bei Bedarf einem größeren Kreis von Unternehmen angeboten werden, „ohne dass einzelne Fahrer oder Kleinunternehmer dabei parallel Rosinenpickerei betreiben können“, hieß es. Die Bahn-Touren sind unter den Unternehmen ein Streitpunkt (NWZ berichtete).
Fehlende Zentrale
„Wir wollen mit dieser Plattform versuchen, die Nachteile der – vermutlich auch langfristig – fehlenden Großzentrale für die Oldenburger Kunden nachhaltig aufzufangen“, sagte Witte.
