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Bürgermeisterwahl Visionär strampelt auf großes Ziel zu

Uta-Maria Kramer

Wildeshausen - An den Moment, in dem er beschloss, sich um das Bürgermeisteramt in Wildeshausen zu bewerben, erinnert sich Jens-Peter Hennken noch ganz genau. „Es war Ende Oktober 2012, und die NWZ  berichtete über die vergeblichen Bemühungen der Firma KLM Logistik, sich in Wildeshausen anzusiedeln“, berichtet er. „Das kann ich besser“, habe er zum einen gedacht und sich zum anderen an den ganz anderen Empfang erinnert, den er seinerzeit in Wildeshausen hatte.

„Kommen Sie vorbei, ich nehme mir Zeit für Sie“ , habe der Vertreter der städtischen Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft zu ihm gesagt, und genauso stelle er sich auch heute die aktive Akquisition von Neubürgern vor.

Im Zeichen des Löwen

Geboren wurde Hennken im Sternzeichen des Löwen – „mit all seinen guten und schlechten Eigenschaften“ 1966 in Cuxhaven. Seine Kindheit auf dem elterlichen Hof mit 15 Pferden war geprägt vom Reitsport. Mit 17 Jahren dann der Wechsel nach Vechta. „Mein Vater musste aus beruflichen Gründen umziehen, und das war schon nicht leicht, als ,Fischkopf’ im Oldenburger Münsterland klarzukommen“, so Hennken.

Nicht zuletzt diese Erfahrung sei es auch gewesen, die ihn davon abgehalten habe, seiner Familie immer wieder berufsbedingte Umzüge zuzumuten, sondern Wildeshausen treu zu bleiben.

Schwer tat Hennken sich nach jahrelanger aktiver Mitarbeit im Stadt- und Kreisverband der Jungen Union Vechta irgendwann auch mit dem dortigen politischen Gebaren. „Mir war und ist es wichtig, dass kompetente Leute nach vorne kommen, egal welche Herkunft oder welches Geschlecht sie haben“, betont er. Der Ausstieg 1992 war somit nur eine Frage der Zeit. Beruflich hatte Hennken zu jener Zeit seine Heimat bei der Commerzbank gefunden. Über Oldenburg und Bremen kam der Sprung nach Wildeshausen. Zusammen mit Ehefrau Uta baute er dort 1998 ein Eigenheim am Kieselweg. 2001 wurde Sohn Felix geboren, 2003 Philipp.


Berufliche Wechsel

Beruflich stand der Wechsel zur OLB an, weil er für die Commerzbank nicht nach Hamburg oder Frankfurt ziehen wollte. Private Banking wurde sein Geschäftsfeld und blieb es auch, als er nach fünf Jahren wieder zur Commerzbank zurückkehrte. Doch dann kam die Finanzmarktkrise, man trennte sich im gegenseitigen Einvernehmen, und Hennken übernahm die Bereichsleitung bei der Kreissparkasse in Melle. Als auch hier ein berufsbedingter Umzug anstand, entschied Hennken sich ein weiteres Mal bewusst für Wildeshausen und wechselte zur LzO in Oldenburg. „Hier bin ich derzeit im Firmenkundenbereich, Ziel ist aber eine leitende Funktion“, sagt er. Bei der LzO fühlt er sich wohl. „Die Kollegen halten mir im Wahlkampf den Weg frei und auch mein Chef hat mir grünes Licht gegeben,“, freut er sich.

In seiner Freizeit ist Hennken gerne sportlich aktiv. Segeln, Ski fahren und gerne auch mal „Männerurlaub“ mit seinen beiden sportbegeisterten Jungs.

Und ganz wichtig: Hennkens „kreative Stunde“ jeden Tag von 6.30 bis 7.30 Uhr. Bei dieser allmorgendlichen Radtour mit Hund Rico entstehen viele der ungewöhnlichen Ideen des Mannes, der Visionen darstellen und Impulse geben möchte. Typisches Beispiel dafür ist die orange-blaue Wahlkampfdose, die inzwischen Hennkens Markenzeichen ist.

Alter Honigwagen

Den ausgemusterten Honigverkaufswagen aus den 80-er Jahren hat er im Internet entdeckt: „Ich bin hingefahren, habe das Ding von einem Oldtimerhändler in zwei Stunden fahrtüchtig machen lassen und dann zu Hause mit Hilfe einiger engagierter Helfer ein fetziges Markenzeichen daraus gemacht.“

Die Dose soll übrigens auch im Fall seiner Wahl eine tragende Rolle behalten. „Als Bürgermeister möchte ich sie als Kaffee- und Waffelbar auf dem Wochenmarkt fest installieren und donnerstags hier ein bis zwei Stunden den direkten Kontakt zu den Menschen suchen“, verspricht er.

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