Barßel/Cloppenburg/Hannover - Die neue Vogelgrippewelle hat jetzt auch das Oldenburger Land erreicht. Betroffen ist ein Mastputenbestand mit rund 16 000 Tieren in Barßel (Landkreis Cloppenburg), teilte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) am Mittwoch in Hannover mit.
Der Vogelgrippe-Fall ist von der hochansteckenden Erreger-Variante H5N8 ausgelöst worden. Das habe das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt, teilte das Agrarministerium am Abend mit.
Die Infektion ist der erste bestätigte Verdacht auf Geflügelpest in einem niedersächsischen Nutzgeflügelbestand seit der aktuellen Verbreitung der Vogelgrippe. Bei dem Betrieb in Barßel-Lohe handelt es sich nach NWZ -Informationen um denselben Stall, in dem bereits im Dezember 2014 die Vogelgrippe ausgebrochen war.
Der Landkreis Cloppenburg hatte schon vor der Bestätigung der aggressiven Variante angeordnet, die rund 16 000 Putenhähne in dem betroffenen Betrieb zu töten. Das Töten der Tiere begann bereits am Mittwoch.
Weitere Maßnahmen werden am Donnerstagmorgen eingeleitet, teilte ein Sprecher des Landkreises mit. So könnten möglicherweise mehr als 92 000 weitere Tiere im Radius von 1000 Metern um den betroffenen Betrieb getötet werden.
Zudem sollen ein Sperrbezirk mit einem Drei-Kilometer-Radius und ein Beobachtungsgebiet mit einem Zehn-Kilometer-Radius festgelegt werden. In beiden Gebieten gelten besondere Auflagen für Tierhalter, denn Vögel und Säugetiere dürfen das Gebiet nicht verlassen, neue Tiere nicht hinzukommen. Auch Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie tierische Nebenprodukte wie Mist und Gülle müssen am Ort bleiben.
Bereits am Mittwoch ordnete der Landkreis einen sogenannten „Stand-Still“ bis Samstag, 18 Uhr, für das Gemeindegebiet an. Das bedeutet, dass in dieser Zone kein Geflügel transportiert werden darf.
Meyer sieht „mit großer Sorge“, dass die Vogelgrippe erstmals in einem geschlossenen Stall in Niedersachsen auftauchte. Er sprach im NWZ -Interview von einem „Warnsignal“.
