Oldenburg - Die Volks- und Raiffeisenbanken im Nordwesten sind 2014 auf Wachstumskurs geblieben. Das zeigen Zahlen des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems (GVWE/Oldenburg) zur Entwicklung der verbandszugehörigen 56 Volks- und Raiffeisenbanken in Weser-Ems.
Demnach bauten die regional verankerten Institute ihr Kreditvolumen 2014 um 4,8 Prozent auf 17,4 Milliarden Euro aus und zeigten damit mehr Dynamik als andere Banken. Am stärksten zugelegt hätten Kredite an Dienstleistungsfirmen (plus 9,5 Prozent), an landwirtschaftliche Betriebe (6,6) und im Sektor der erneuerbaren Energien (7,4), erläuterte der Verband. Er verwies auf weitere 4,3 Milliarden Euro an Krediten, die die Institute über die genossenschaftliche „Finanz-Gruppe Volksbanken Raiffeisenbanken“ vermittelten (plus 11,3 Prozent).
Insgesamt blieben die Genossenschaftsbanken der Region (addierte Bilanzsumme 22,9 Milliarden Euro/plus 3,5 Prozent) damit „trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase und erhöhter Kosten besonders durch regulatorische Auflagen ein verlässlicher Partner“, betonte Verbandsdirektor Johannes Freundlieb.
Stolz zeigte er sich über den Mitgliederzuwachs der 56 Banken um rund 12 000 auf mehr als 510 000. Das mache „eine Kleinstadt“ aus.
Die Kunden vertrauten den Instituten 14,7 Milliarden Euro an Einlagen an – ein Plus von 3,1 Prozent. Weitere 6,4 Milliarden (plus 3,6 Prozent) legten Kunden bei Unternehmen der Finanzgruppe an.
Unterm Strich blieben im Schnitt 1,14 (Vorjahr: 1,17) Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme als Betriebsergebnis vor Bewertung. Freundlieb betonte, die Ertragslage sei „voll und ganz auskömmlich“.
Die Volks- und Raiffeisenbanken seien „gut aufgestellt“. Gleichwohl werde „der Spagat zwischen Aufwandsoptimierung und Ertragssteigerung“ gleichermaßen „schwieriger und geschäftspolitisch wichtiger“. Zwar nehme zum Beispiel die Abwicklung des Zahlungsverkehrs per Internet ständig stetig zu. „Die genossenschaftliche Bankengruppe zeichnet sich aber dadurch aus, dass sie Mitglieder und Kunden individuell und nachhaltig unter Berücksichtigung ihrer individuellen Ziele berät“.
Im Hinblick auf die Altersvorsorge und den demografischen Wandel gelte es, „auch in Niedrigzinsphasen konsequent zu sparen“. Welche Form dafür gewählt werde, sei individuell zu besprechen.
