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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Volkswagen droht weiterer Ärger

04.07.2016

Berlin /Wolfsburg Noch kann Volkswagen die Kosten stemmen, die dem Wolfsburger Autokonzern durch den Abgas-Skandal entstanden sind. Doch die Sorgenfalten bei VW-Chef Matthias Müller werden größer, dass die Rückstellungen künftig nicht mehr reichen könnten.

In den USA hatte VW in der vergangenen Woche nach monatelangen Verhandlungen eine Einigung mit US-Behörden und Klägern erreicht. Demnach wird Volkswagen die Abgas-Affäre in den USA voraussichtlich bis zu 15 Milliarden Dollar kosten. Ein entsprechendes Paket sieht Rückkäufe, Entschädigungen und Strafen vor. So will VW US-Kunden mit manipulierten Autos jeweils mindestens 5100 Dollar (4600 Euro) Entschädigung zahlen. Die Besitzer könnten sich aussuchen, ob VW ihre Wagen zurückkaufen oder umrüsten soll. Die Regelung ist noch nicht rechtskräftig, ein Richter muss noch zustimmen. In den USA sind von den Abgasmanipulationen bei Dieselfahrzeugen rund 500 000 Autos betroffen – weltweit aber elf Millionen Fahrzeuge, davon 2,4 Millionen in Deutschland.

Neuer Ärger kommt auf VW von der Seite eines Großkunden zu: Das Fischunternehmen Deutsche See (Bremerhaven) plant eine millionenschwere Klage wegen arglistiger Täuschung. Der Mittelständler wirft dem Autobauer vor, Absprachen für gemeinsame Nachhaltigkeitsprojekte nicht eingehalten zu haben.

Die Deutsche See hatte vor sechs Jahren seinen 450 Wagen starken Fuhrpark komplett auf VW-Konzernfahrzeuge umgestellt. Ein VW-Konzernsprecher sagte am Sonntag auf Anfrage: „Da uns eine solche Klage nicht vorliegt, können wir uns dazu auch nicht äußern.“ Es geht um VW- und MAN-Nutzfahrzeuge sowie VW-Pkw und Audi. Die Vereinbarung habe auch beeinhaltet, zusammen Praxisbeispiele für umweltschonende Logistik auszuarbeiten.

Der geschäftsführende Gesellschafter der Deutschen See, Egbert Miebach, sagte: „Wir sind tief enttäuscht über VW und fühlen uns hingehalten und betrogen, da die gemeinsam angedachte Partnerschaft im Bereich der Nachhaltigkeit nur von unserer Seite eingehalten wurde. Entsprechende Gespräche, dieses zu verändern, wurden von Seiten VW abgeblockt.“

Müller sagte, die Branche werde in Zukunft nur dann erfolgreich sein, „wenn wir uns verjüngen“. Sie müsse außerdem stets progressiv sein, wie im Silicon Valley.

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