Bad Zwischenahn - Bei anhaltend warmer Witterung wachsen sie besonders stark: Blaualgen. Alle Jahre wieder tauchen sie in mehr oder minder großen Mengen während der Sommermonate in den Uferbereichen des Zwischenahner Meeres auf. Das ist auch derzeit wieder so.
„Das Zwischenahner Meer ist ein nährstoffreiches Flachgewässer, das vor allem durch Oberflächenwasser seiner Zuflüsse wie Aue, Speckener und Halfsteder Bäke gespeist wird, und obendrein eine große Faulschlammschicht auf dem Seeboden hat. Das sind bei warmer Witterung günstige Faktoren für starkes Blaualgenwachs“, erläutert Jan Hobbiebrunken, stellvertretender Leiter des Amtes für Umwelt und Wasserwirtschaft beim Landkreis Ammerland. Durch die fehlenden Niederschläge gäbe es derzeit kaum Wasseraustausch und der Nordwestwind sorge dafür, dass Algenteppiche in diesen Tagen insbesondere Richtung Bad Zwischenahn trieben.
„Das Gesundheitsamt untersucht die Wasserqualität des Sees regelmäßig. Derzeit ist ein Baden im See an den Badestellen in Dreibergen, beim Campingplatz in Halfstede, bei der Zwischenahner Jugendherberge und beim Strandcafé in Bad Zwischenahn nicht zu empfehlen“, erläutert Dr. Elmar Vogelsang, Leiter des Ammerländer Gesundheitsamtes in Westerstede. Die Gemeinde Bad Zwischenahn habe entsprechende Hinweisschilder aufgestellt. Blaualgen könnten hautreizend und giftig sein, so Vogelsang. Aus Vorsorgegründen sollten auch Kinder nicht mehr im Wasser baden und im Uferbereich planschen und spielen. In Rostrup sei das Baden am Dienstag jedoch noch möglich gewesen.
Blaualgen, die eine grüne Farbe und – wenn sie zerfallen – einen bläulichen Schimmer erhalten, schwimmen derzeit in großen Mengen auch auf dem Ententeich im Kurpark. Damit die unangenehm riechende Masse in diesem Bereich, wo sich viele Gäste aufhalten, besser abfließen kann, hat die Ammerländer Wasseracht ein Wehr geöffnet. Damit in den Teich mehr Bewegung kommt, haben Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr – Zwischenahns stellvertretender Ortsbrandmeister Martin Schreiber und seine Kollegen Benjamin Röben und Ralf Kikillus – zudem noch drei Wasserpumpen installiert.
Lösen – da sind sich alle Beteiligten einig – kann man das Blaualgenproblem am Meer nicht. Ein Wetterumschwung (Regen) könnte allerdings die Algenblüte eindämmen und stärkerer Wind sie vom Ufer wegtreiben.
