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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Vom egoistischen Papiertiger zum Glücksbringer

02.09.2016

Varel Als er vor etwa zehn Jahren das elterliche Unternehmen übernahm, begann für Bodo Janssen ein neuer Lebensabschnitt. Unter „denkbar schlechten Voraussetzungen“ sei er bei der Hotelkette Upstalsboom (Emden) gestartet, „ganz ohne Erfahrung im Hotelbereich und ohne jemanden an der Hand, der mir helfen konnte“. Nach einem Jahr Schnupperphase entschloss er sich dennoch dazu, den Weg der Eltern weiterzugehen.

Seine Geschichte erzählte Janssen am Mittwochabend im Vortrag „Die stille Revolution – Führen mit Sinn und Menschlichkeit“. 220 Zuhörer lauschten dem großgewachsenen Mann im Anzug im Landhotel Friesland in Varel. Eingeladen hatten die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Varel und der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband (AWV) Jade aus Anlass ihrer neu geschlossenen Kooperation.

Er sei ein „Papiertiger“ gewesen und dem Managementsystem verfallen. „Ich konnte auf dem Papier sehen, ob das Unternehmen funktioniert, hatte aber kein Gespür für die Gefühle und Bedürfnisse der Mitarbeiter“, sagte Janssen. Und dass Zahlen lügen können, sollte Janssen erfahren.

Der Hotelchef sah sich gern im Spiegel, fühlte sich als erfolgreicher Unternehmer. Bis dieser eine Moment kam, der ihn zum Umdenken bewegte. „Die Stimmung in den Hotels war schlecht, wir haben Mitarbeiterbefragungen gemacht. Und auf einem Zettel stand dann der Satz: Es wird alles besser, wenn wir einen anderen Chef als Bodo Janssen haben. Das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen“, sagte er. „Ich wusste nicht, was ich machen sollte, griff also zum letzten Strohhalm: den Gang ins Kloster“, sagte Janssen.

„Dort habe ich gelernt, dass nur, wer sich selbst führen kann auch andere führen kann.“ Janssen fand dort heraus, „wofür es sich jeden Tag lohnt aufzustehen – es durfte aber nichts sein, was man mir nehmen kann“. Er habe „viel nachgedacht, an materielle Dinge, Zahlen und Menschen“ und schließlich herausgefunden, dass es „die Anblicke glücklicher Menschen sind, die mir Erfüllung geben“.

Diesen Leitfaden übertrug Janssen auf das Unternehmen, bezog Mitarbeiter in Planungen ein, gab ihnen Sinn und Ziel. „Wir haben an einem gemeinsamen Verständnis der Unternehmenswerte gearbeitet.“

Heute engagiert sich das Unternehmen etwa für Schulen in Ruanda in Ostafrika oder für in Not geratene Menschen. „Voneinander lernen, sich auf Augenhöhe begegnen“ sei das Ziel, erklärte Janssen. Zu lernen, was Vergebung bedeutet oder glücklich zu sein, ohne viel zu haben.

Um Mitarbeiter zu motivieren und ihr Selbstvertrauen zu stärken, klettert Janssen auch schon mal mit Azubis auf den Kilimandscharo. „Oft werden junge Menschen kleiner gemacht, als sie sind. Sie sollen erfahren, zu was sie fähig sind und das leben sie dann auch im Unternehmen“, sagte er.

Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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