Wildeshausen - Dirk Gellermann hatte gut zu schleppen: zwei große Trettrecker und ein Bobbycar. „Die sind für unsere Zwillinge Tom und Carolin, beide zwei Jahre alt, und für Amelie, die demnächst vier Jahre alt wird“, erzählt der Familienvater aus Wildeshausen. Er war nicht der einzige Besucher, der am Sonntag beim großen Flohmarkt auf dem Gelände des Reitvereins „Leichttrab“ am Wildeshauser Fillerberg ein Schnäppchen machte.

„Hier ist heute richtig was los“, freute sich Frank Walde vom Veranstalter „Schlossfloh“ aus Oldenburg. Mit mehr als 150 Ständen sei die Auswahl am Fillerberg so groß wie seit langem nicht mehr. Ob Bücher oder Bilder, Dessertteller oder Dessous, Reitstiefel oder Rankhilfen, Werkzeug oder Windspiele – Vielfalt war angesagt. Bereits am späten Sonnabend haben sich einige Marktbeschicker gute Plätze gesichert, ergänzte Edu Knagge von „Schlossfloh“.

Zum ersten Mal seit langer Zeit war Gerd Becker aus Münster wieder mit einem Stand am Fillerberg vertreten. Er pries alte Möbel oder ausrangierte Instrumente an. Klaus Neuefeind erwarb für 28 Euro einen Hahn aus Metall mit Glocke. „Der kommt an die Haustür“, so der Wildeshauser. „Das Bimmeln werde ich kaum noch überhören.“ Vogelhäuschen und Insektenhotels hatte Peter Pageler aus Aschenstedt mitgebracht. Angelina (14) und ihre Freundin Diana (13) sahen sich derweil am Stand von Werner Skormachowitsch aus Heide (Gemeinde Ganderkesee) um, der vom Salzstreuer bis zur Zahnbürste eine riesige Auswahl bot. Angelina hatte sich bereits eine Kette mit ihrem Sternzeichen, dem Löwen gekauft. Am Stand von Juliane Willenborg erwarben Wilhelm (7) und Ludwig (5) Sachkundebücher. Selbst Werder-Fan Naddi Gasparo, bei jedem Heimspiel der Grün-Weißen in der Ostkurve, war nach Wildeshausen gekommen. Für 5 Euro trennte er sich von dem Schal des legendären DFB-Pokalfinales 1999 gegen Bayern München (5:4 im Elfmeterschießen).

Auch das Rahmenprogramm stimmte: Der Reitverein bot Ponyreiten an. Reno Maatz aus Bremerhaven brachte die Kinder mit dem Stück „Räuber Knallbüchse“ vor seiner Puppenbühne zum Lachen. „Im Juli und September kommenden Jahres kommen wir wieder“, kündigte Edu Knagge an.