Seefeld - Die Seefelder Mühle setzt ihre Veranstaltungsreihe zum Wandel in der Landwirtschaft am nächsten Wochenende mit zwei Veranstaltungen fort: einem Freilicht-Kinoabend und einer Ausstellungseröffnung. Die Veranstaltungsreihe, die im Juni mit einem Laufsteg für Kühe begonnen hatte, trägt den Titel „Das geht ja auf keine Kuhhaut!“
Schwarzbunte Schönheit
Um eine ganz besondere Kuh geht es auch beim Freilicht-Kinoabend am Freitag, 15. August: „Die schöne Krista“. Der im vergangenen Jahr abgeschlossene 95-minütige Dokumentarfilm wird ab etwa 21.30 Uhr auf der Café-Terrasse gezeigt; bei ganz schlechtem Wetter findet die Vorstellung im Dorfgemeinschaftshaus statt.
Gut ein Jahr lang haben die Filmemacher Antje Schneider und Carsten Waldbauer das Leben der Schwarzbunten Krista verfolgt. Sie ist zur „Miss Holstein of Germany“ gekürt worden – und das ist für ihren Besitzer Jörg Seeger der Inbegriff des persönlichen Glücks. Denn erstens bedeuten ihm sein Hof und seine Tiere wirklich alles, und zweitens werden Krista Nachkommen mehr Geld einbringen als die anderer Kühe. Dumm nur, dass Krista einfach nicht trächtig werden will.
Im Mittelpunkt stehen Jörgs Hingabe und Leidenschaft, aber wenn die Kamera Kristas Blickwinkel übernimmt, entstehen auch amüsante Bilder. Zugleich werfen die beiden Filmemacher einen vorurteilsfreien Blick auf die moderne Milchwirtschaft, denn für Jörg geht es auch um das Überleben seines Hofes. Wie idyllisch sein Betrieb noch ist, wird im Vergleich mit einer Großfarm in Kanada deutlich.
Leise Wandlungen
Wie stark sich die Landwirtschaft innerhalb von nur einer Generation gewandelt hat, wird in der nächsten Ausstellung deutlich: Sie zeigt Fotografien von Hans-W. Mende und Geeske Janßen. Eröffnet wird sie am Sonnabend, 16. August, ab 20 Uhr in der Mühle. Mende hat in den späten 70er Jahren das bäuerliche Leben seiner Großeltern auf ihrem kleinen Bauernhof in Moorriem fotografiert. Sein Bilderzyklus trägt den Titel „Leise Wandlungen“ und ist weit über die Wesermarsch hinaus bekannt.
Mende hat die wiederkehrenden Alltagsverrichtungen, die Bewirtschaftung des Hofs, die Landschaft mit ihrem prägenden Einfluss, die langsamen Veränderungsprozesse und den schweren Abschied von der gewohnten Umgebung in schwarz-weißen Bildern festgehalten.
Geeske Janßen ist die Tochter des Seefelder Pastors Walter Janßen und seiner Frau Maike; sie studiert Medienkunst. Sie nähert sich Lebensbedingungen ihrer Heimat in einer multimedialen Installation. In der Arbeit „schwarz auf weiß“ will sie das Leben auf einem modernen Bauernhof darstellen. Sie führt auf den Höfen gefundenes Material, Audioaufnahmen und Fotografien zu einer facettenreichen Installation zusammen.
Diese spannende Gegenüberstellung zweier Sichtweisen auf unsere ländliche Region ist bis zum 22. Oktober täglich von 12 bis 18 Uhr zu sehen.
