Berlin/Delmenhorst/Norderney - Lüneburger Heidekartoffeln, Äpfel aus dem Alten Land, Norderneyer Schinken oder Smoothies aus Grünkohl: Wenn die Internationale Grüne Woche in Berlin am kommenden Freitag, 15. Januar, ihre Tore öffnet, setzt Niedersachsen vor allem auf kulinarische Vielfalt.

Rund 400 000 Besucher erwarten die Veranstalter an den zehn Messetagen bei der weltgrößten Agrar- und Freizeitmesse, die in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag feiert. Mehr als 1600 Aussteller präsentieren sich bis Sonntag, 24. Januar.

Im Mittelpunkt des niedersächsischen Messeauftritts steht wieder die „Niedersachsenhalle 20“. Zehn Ausstellergemeinschaften aus dem gesamten Bundesland mit 75 Unterausstellern sowie acht Einzelaussteller präsentieren sich dort auf einer Fläche von rund 2000 Quadratmetern. Schwerpunkte des niedersächsischen Messeauftritts seien „Lebensmittel mit Herkunft und Charakter“ sowie ein vielfältiges kulturelles und touristisches Informationsprogramm, heißt es bei der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft.

Der Trend gehe zu regionalen Produkten, weshalb ein Schwerpunkt im Messeauftritt des Landes auch auf dem niedersächsischen „Nationalgericht“, dem Grünkohl, liege. „Es werden verschiedene alte Grünkohlsorten gezeigt, die auch alle unterschiedlich schmecken“, sagt Peter Wachter, Sprecher der Marketinggesellschaft. Wer will, könne auch einen frisch gepressten Grünkohlsaft, einen Smoothie, probieren.

Eher schwach ist dagegen auch in diesem Jahr die Resonanz aus dem Nordwesten. Gerade einmal sieben Aussteller aus dem Oldenburger Land und Ostfriesland (siehe Infokasten) zeigen Flagge in Berlin. In früheren Jahren waren es oft mehrere Dutzend, darunter bekannte Namen wie die Jever-Brauerei, Stöver oder Botterbloom. Hört man sich um, dann ist häufig von den hohen Kosten die Rede, aber auch davon, dass ein Messeauftritt auf der Grünen Woche nicht mehr zum Unternehmensprofil passt.


Einer, der die Grüne Woche dagegen schon seit Jahren fest im Terminkalender notiert hat, ist Volker Kasing. „Wir erreichen viele Leute und die Atmosphäre ist sehr angenehm“, sagt der Landbrotbäcker aus Delmenhorst. „Mittlerweile haben wir auch in Berlin schon ein Stammpublikum, das sich Jahr für Jahr freut, uns wiederzusehen.“

Die Grüne Woche ist aber nicht nur eine Verbraucherschau, sondern dient hinter den Kulissen auch als Branchentreff, sagt Niedersachsens Landvolk-Präsident Werner Hilse. „Alle Themen, die in der Öffentlichkeit diskutiert werden, spielen bei dem Treffen eine Rolle“, betont er mit Blick auf die Debatten etwa um Tier- und Umweltschutz in der Landwirtschaft.

Niedersachsens Agrar- und Ernährungswirtschaft selbst lädt am Mittwoch, 20. Januar, ab 17.30 Uhr wieder zur Podiumsdiskussion „Zukunftswerkstatt“ ein. Thema in diesem sind „Neue Geschäftsmodelle in der Land- und Ernährungswirtschaft“. Den Impulsvortrag hält Prof. Dr. Thomas Clauß, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Marburg.

Im Anschluss findet am Mittwoch ab 21 Uhr wieder der traditionelle „Niedersachsenabend“, Höhepunkt des niedersächsischen Messeauftritts in Berlin, statt. Mehr als 2000 Gäste aus Politik, Landwirtschaft und Gesellschaft werden dazu erwartet.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft