Jever - Hauswirtschafterinnen und Hauswirtschafter sind Manager und Organisationsprofis. Noch immer wird die Hauswirtschaft belächelt, dabei ist sie ein anspruchsvoller Beruf geworden – das dokumentiert auch der hohe Stellenwert, den die Hauswirtschaft an den Berufsbildenden Schulen Jever genießt.

Damit fördere die Schule eine zukunftsorientierte Entwicklung im Dienstleistungsbereich mit komplexen Anforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten, sagt Schulleiter Jan Zimmermann. Auch im privaten Haushalt schafft eine professionelle Hauswirtschafterin mehr Lebensqualität, spart Zeit und im Bereich der Ernährung viel Geld.

In der BBS Jever erprobten am Dienstag 15 angehende Hauswirtschafterinnen des 1., 2. und 3. Ausbildungsjahrs ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im Berufswettbewerb der deutschen Landjugend (die NWZ  berichtete). Unentgeltlich stellten sich dafür Hauswirtschaftsmeisterinnen aus der Region und Lehrkräfte als Prüferinnen zur Verfügung. Sie bewerten den Ablauf beim Verarbeiten der Zutaten ebenso wie den Geschmack und das Aussehen der zubereiteten Speisen, die beim Wettbewerb als Brotaufstriche in einem Zeitfenster von 60 Minuten zubereitet werden mussten.

„Für uns Auszubildenden war es eine gute Gelegenheit, Schwachstellen im Lernprozess festzustellen“, so Daniela Petersen aus Sande. Das Zeigen und Erläutern einer professionellen Handreinigung galt eine 15-minütige Präsentation im Bereich der Hygiene. Wiebke Müller aus Tettens hatte dazu ein Schaubild gemalt und führte Benetzungslücken im Bereich der Fingerkuppen und Daumen vor.

Gutes Geschmacks- und Geruchsempfinden waren Voraussetzungen für die Bestimmung verschiedener Lebensmittel aus dem häuslichen Trockenvorrat. Zur Theorie der Hauswirtschaft gehört zudem betriebswirtschaftliches Wissen und es galt bei der Prüfung, Kenntnisse in Lebensmittelkennzeichnung und Abfallentsorgung sowie in Bewertung von Milch und Milchprodukten und dem Umgang mit elektrischen Geräten nachzuweisen.


Anna Hahnke, zuständig bei der Landwirtschaftskammer Weser-Ems für den Bereich Ausbildung und Weiterbildung, bezeichnet den Ausbildungsberuf Hauswirtschafterin als einen Einstieg in die Vielfalt der Dienstleistungen und als Servicemanagement für und mit Menschen. „Die möglichen Arbeitsstätten sind so unterschiedlich und vielfältig wie in keinem anderen Beruf und reichen etwa von Haushalt, Gastronomiebereich, Betreuungseinrichtungen und Krankenhäusern bis zu Wellness- und Gesundheitseinrichtungen“, so Hahnke. Auszubildende der Hauswirtschaft haben darüber hinaus auch deshalb beste Perspektiven, weil bereits Fachkräftemangel herrscht.