Hasbruch - „Befreundet“ waren sie schon seit langem, nun sind die Gesellschaft der Freunde des Hasbruchs und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) auch offiziell miteinander verbunden: Im Juni trat die Hasbruch-Gesellschaft der SDW bei, künftig will man so intensiver miteinander kooperieren.
„Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald war Geburtshelfer unseres Vereins“, erklärte Heiko Ackermann, Vorsitzender der Hasbruch-Gesellschaft. Als 1964 die Autobahn quer durch den Hasbruch gebaut werden sollte, half die SDW bei der Vereinsgründung. Damals war die Hasbruch-Gesellschaft allerdings eher eine regionale Initiative – auf eine dauerhafte Kooperation verzichtete man deshalb. Zumindest bis jetzt.
Denn vor allem im Jugendbereich wollen die beiden Vereine verstärkt zusammenarbeiten. „Wir legen einen starken Fokus auf die Umweltbildung für Kinder und Jugendliche“, berichtete Dr. Philipp Schomaker, Geschäftsführer des Landesverbandes der SDW. Das Projekt „Klimakönner“ beispielsweise könne bei Interesse durchaus auch im Landkreis Oldenburg anlaufen. Im Rahmen des Projektes werden Lehrer und waldinteressierte Pädagogen zu den sogenannten Klimakönnern fortgebildet, um dann wiederum Kindern den Zusammenhang zwischen Wald und Klimarettung näherzubringen.
Gegründet wurde die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) 1947, der Landesverband Niedersachsen im Jahr darauf. Seitdem setzt sich die Gemeinschaft für den Erhalt, den Schutz und die Vermehrung des Waldes ein.
Ein Ziel der SDW ist, das Verhältnis der Menschen zum Wald zu verbessern. Im Mittelpunkt des Engagements stehen Kinder und Jugendliche. In diesem Bereich möchte auch die Gesellschaft der Freunde des Hasbruchs profitieren.
Waldpädagogik ist heute ein wichtiger Teil des Engagements. Zum Beispiel wurden Schulwälder und Waldjugendheime eingerichtet.
„Die Kinder sollen wieder Natur erleben“, so Ackermann, „und die Angebote der SDW sind sehr attraktiv.“ Zwar stehe man mit rund 370 Mitgliedern gut da, aber um auch die jüngeren Generationen anzusprechen, müsse man neue Wege finden.
Ein erster Schritt in die Richtung sei auch schon der diesjährige Hasbruchtag Ende August gewesen, bei dem deutlich mehr Familien mit Kindern waren als in den Vorjahren. „Das war dieses Jahr besonders toll und lebendig“, bestätigte auch Bettina Cordes, stellvertretende Vorsitzende der Hasbruch-Gesellschaft.
Ebenso sei die Gründung einer Jugendgruppe denkbar. „Wir werden das besprechen“, kündigte Cordes an. Mit den Teilnehmern einer Übernachtungsaktion im letzten Jahr hätte man eventuell schon eine „Keimzelle, die zu erweitern ist“, das Interesse sei auf beiden Seiten vorhanden.
Abgesehen von der gemeinsamen Projektrealisierung gibt es ab Oktober noch eine Änderung, die Ausdruck der neuen Kooperation ist: Heiko Ackermann übernimmt für die kommende sechsjährige Besetzungsperiode den Platz der SDW im Beirat der Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg. Bisher hatte Dr. Gerhard Plate den Platz inne, aus Altersgründen scheidet er aber aus. „Wir haben zwar auch die Fachkompetenz von Hannover aus, aber es ist einfach wertvoller, wenn wir einen regionalen Vertreter von hier im Beirat haben“, begründete Schomaker die Entscheidung.
Und die Hasbruch-Gesellschaft profitiert davon auch direkt: Da sie nicht landesweit aktiv ist, fehlte der Gesellschaft die Anerkennung als Naturschutzverband und somit der Platz in der Stiftung – Heiko Ackermann kann künftig die Interessen beider Vereine im Landkreis vertreten.
