Bösel/Petersdorf - Weihnachten haben die meisten Familien Traditionen und Bräuche, die schon seit Jahren gleich sind – und die auch jeder beibehalten möchte. Großes Geschrei ist meist das Resultat, wenn zum Beispiel das Heiligabend-Menü geändert werden soll. Die NWZ hat einmal nachgefragt, was bei Menschen aus Bösel und aus Petersdorf an den Feiertagen auf den Tisch kommt.
Klassische Gerichte
Die Schulleiterin der Katholischen Grundschule aus Petersdorf kennt den Protest der Familie, wenn das Weihnachtsessen geändert werden soll, nur zu gut. „Bei uns gibt es seit Jahren Rouladen, Rotkohl, Kartoffeln und Salat, wenn die Familie zusammenkommt. Auch die klassische Rindfleischsuppe darf nicht fehlen. Und jedes Mal, wenn ich frage, ob wir mal etwas ändern sollen, bekomme ich ein ,Nein’ als Antwort“, erzählt Johanna Albers.
Mittlerweile sind die Kinder groß und haben selber Kinder, deshalb gibt es das klassische Feiertagsessen meist am ersten Weihnachtsfeiertag. Heiligabend kommt ein anderer Klassiker bei Albers auf den Tisch: „Kartoffelsalat und Würstchen. Früher, als die Kinder klein waren, war die Ungeduld groß und es musste schnell gehen. Heute ist der Grund eher, dass man an den anderen Tagen so viel isst.“
Die Landfrauenvorsitzende Kerstin von Garrel-Seppel lässt sich Heiligabend bekochen. „Am 24. Dezember gibt es bei uns klassisches schlesisches Essen: Weißwürste, frische Bratwürste, Kartoffelpüree und Sauerkraut“, erzählt sie. Auch am ersten Weihnachtsfeiertag steht sie nicht selber in der Küche: „Da sind wir bei meinen Eltern und essen Gans.“ Und am zweiten dann meistens Reste, da hält sich der Kochaufwand auch in Grenzen.
In der Familie des Handels- und Gewerbevereinsvorsitzenden Dietmar Frye bleibt die Küche an Heiligabend ebenfalls kalt, denn seine Schwiegermutter kocht für alle. Bei ihnen gibt es, wie bei Familie Albers, Rotkohl und Rouladen.
Festessen ohne Tradition
Die Familie von Rainer Hollje, Allgemeiner Vertreters des Bürgermeisters, ist ein besonderer Fall – sie hat gar keine richtige Weihnachtstradition. „Bei uns gibt es nicht jedes Jahr das gleiche Essen wie zum Beispiel Karpfen oder Kartoffelsalat. Wir essen eigentlich immer das, worauf wir gerade Lust haben. Für die Planung des Menüs ist meine Frau zuständig.“
Klassisches Weihnachtessen wird dagegen bei Familie Klüsener serviert. „Heiligabend gibt es bei uns Ente und dazu natürlich Kartoffeln und Rotkohl. Da kochen wir ganz in Ruhe“, sagt die Böseler Pastoralreferentin Ursula Klüsener. „Am ersten Weihnachtstag machen wir dann Raclette. Da gehen wir in die Kirche und dann muss Muttern nicht so lange in der Küche stehen.“
Ein besonders beliebtes Traditionsessen gibt es in Bösel und Petersdorf nicht – bis auf die Beilage Rotkohl. Die steht bei fast allen mit auf dem Tisch. Aber gemütlich im Kreis der Lieben essen, trinken, feiern und Zeit verbringen – das haben alle vor. Ob nun mit oder ohne traditionellem Weihnachtsessen. Und wer sich noch nicht entschieden hat, was es geben soll, der findet in dieser Umfrage vielleicht eine Anregung.
