Wildeshausen - Die Idee zu einem großen Sport- und Wellnesscenter im Naherholungsgebiet Krandel kam Marcell Görke vor zwei Jahren. „Wir hatten gerade das Saunahus in Ganderkesee fertiggestellt, als mir auffiel, dass es in der ganzen Gegend keine derartige Kombination gibt“, erinnert sich der Prokurist der Wildeshauser Firma C.D. Schmidt Aqua-Technik.

Also begeisterte Görke seinen Vater Claus-Dieter Schmidt, Geschäftsführer von Schmidt Aqua-Technik, für das Projekt und fand in Carsten Löwenkamp, Geschäftsführer des Therapiezentrums Sanitas, einen weiteren Partner. „Wir sind die Experten für Wasseraufbereitung, Schwimmbadtechnik und Dampfanlagen, er der Fachmann für Gesundheit und Fitness“, so Görke.

Löwenkamp soll in der gut 500 Quadratmeter großen Sporthalle des geplanten Centers Massage und Physiotherapie anbieten. Geplant sind zudem Laufbänder und Fitnessgeräte für die Ü-35-Generation.

Weiter soll ein Gastronomie- und Loungebereich in den Wellnessbereich überleiten. „Es gibt eine Salzsauna, eine finnische Sauna und ein Dampfbad sowie – als absolute Besonderheit – zwei Floating- bzw. Salzschwebebecken“, schwärmt Görke. Entspannen sollen sich die künftigen Besucher zudem im großzügigen Außenbereich. Hier ist ein Garten mit einem vier mal zehn Meter großen Schwimmbecken und zwei Saunablockhäusern geplant. „Von daher macht es auch keinen Sinn, den Wellnesscenter im Gewerbegebiet womöglich noch unter Hochspannungsleitungen und in direkter Nachbarschaft zu einer Schlachterei oder Tischlerei zu bauen“, betont Görke. Derartige Anregungen waren im letzten Bauausschuss seitens der UWG laut geworden.

Ideal sei der jetzt geplante Standort auch wegen der Nähe zum neuen Hallenbad, zur Indoor-Spielhalle „Rämmi Dämmi“ und zum Wohnmobilstellplatz. „Die Wohnmobilisten könnten über einen direkten Fußweg nicht nur unsere Anlage besuchen, sondern den Stellplatz betreffende Fragen auch über unser Team klären“, betont Görke. Damit würde für die Wohnmobilfahrer zum Beispiel die Umständlichkeit wegfallen, in der Frostperiode ihr Wasser bei den örtlichen Tankstellen oder „Caravan Sontag“ zu holen.


Zusammenarbeiten möchte Görke darüber hinaus mit den nahe gelegenen Hotels Wildeshauser Hof und Gut Altona. Angeboten werden könnten zum Beispiel Wellnesspakete. „Derzeit lockt wenig in den Luftkurort Wildeshausen. Das möchten wir mit unserem Leuchtturmprojekt ändern“, so Görke.

Positiv stellt er die bisher sehr gute Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung heraus. Auch im derzeit laufenden Auslegungsverfahren zwecks Änderung des Bebauungsplans habe es bislang keine Bedenken gegeben.

Sorgen macht sich allerdings der benachbarte Grundstücksbesitzer Bernd Niester. Er befürchtet unter anderem Probleme bei der Entwässerung des Areals. „Zum Schutz vor Hochwasser wird unser Gelände um einen Meter aufgeschüttet“, so Görke. Ob man bei der Entwässerung auf Versickerung, einen Anschluss an den benachbarten Kanal oder einen eigenen Entwässerungsgraben setze, sei noch nicht geklärt. Fremde Grundstücke würden davon jedenfalls nicht tangiert.

Auch Niesters Bedenken angesichts der zahlreichen auf dem betroffenen Areal lebenden Maulwürfe mag er nicht teilen. Von der Wühlarbeit der unter Naturschutz stehenden Tiere geben derzeit zahlreiche Erdhügel eindrucksvoll Zeugnis. „Wir haben eigens Geld in die Hand genommen und ein biologisches Gutachten erstellen lassen“, betont er. Das habe erwiesen, dass durch das Projekt keinerlei seltene Tiere zu Schaden kämen.

Fertigstellen möchte Görke seinen Sport- und Wellnesscenter am liebsten bereits bis zur Eröffnung des neuen Hallenbades im Herbst nächsten Jahres. Bis dahin wird eifrig gewühlt werden – so oder so.