Steinhausen - Michael Schildmann aus Oldenburg kennt sich aus auf Pilgerwegen, ob in Spanien, Schweden oder Norwegen. Am Donnerstagabend nahm er fast 60 Zuhörer des Gesprächskreises für gesunde Ernährung und Lebensführung in Bockhorn (GELB) mit auf die Reise, auf eine ganz spezielle sehr behutsame Weise, wie GELB-Sprecher Dr. Joachim Hensel sagte. Ziel einer Tour war eine sehr spirituelle Begegnung mit einem Orgelspieler im Dom von Trondheim.

In der „Altdeutschen Diele“ in Steinhausen berichtete Schildmann auch über seine Erfahrungen auf dem Olavsweg. 643 Kilometer („und eine ungenannte Zahl auf Umwegen“) war Schildmann von Oslo nach Trondheim gewandert. Einsamkeit war ein Problem für ihn, das er aber bewältigte. Immer wieder traf er auch auf sehr gastfreundliche Menschen. Und das, obwohl sein eigener Vater zu den Besatzungssoldaten im Zweiten Weltkrieg gehört hatte. Damit hielt Schildmann nicht hinter dem Berg, er begegnete so seiner Vergangenheit, doch die Norweger blieben gelassen.

Seine Bilder zeigten Ansichten magischer Wälder, mythischer Seen, verwunschener Wege durch eine spröde Natur, durch die norwegische Tundra bis hinunter ans Meer. Musikanten säumten den Weg von Schildmann wie Geigenspieler bei der Sommersonnenwendfeier. Gras, Moose, Flechten, Oldtimer von Pflanzen überwuchert, Gebetssteine, Reste deutscher Bunker: Immer weiter fing es auf dem „Pilegrimsleia“. Ein Fährmann setzte ihn über den Fluss und führte ihn in eine Herberge. Schildmann übernachtete in einem einfachen Bett, in dem schon der norwegische Kronprinz geschlafen hatte.

Dann das Finale: Michael Schildmann betritt den Dom von Trondheim, er genießt auf dem Boden liegend privates Orgelspiel und trifft die einzige Pilgerpastorin Dänemarks. Sie hält für ihn die Schlussandacht dieser Pilgerreise. Schildmann war angekommen: „Jetzt war ich Gott ganz nah.“