Förrien - Auch Öl- und Dieselgeruch gehört zum Landleben: Beim 11. Dreschfest auf dem Hof Onnen-Lübben hing ein steter Kraftstoff-Dunst über den alten Treckern und den Dreschkästen und qualmte aus den Generatoren. „Mein Traktor leckt nicht – er markiert nur sein Revier“, heißt es dazu passend auf einer Tafel an einem der Oldtimer-Trecker, die den Weg zur Hofstelle säumen und auf der großen Wiese aufgereiht stehen.
Jede Menge Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich die alten Trecker anzuschauen, zu fachsimpeln – und auch Probe zu fahren: Kinder durften auf dem eingezäunten Wiesenstück hinter der Scheune mit den Freunden alter Landmaschinen ihre Runden drehen.
Nebenan zeigt „Scherenslieper“ Dieter Zimmermann aus Strackholt, wie früher fahrende Scherenschleifer gearbeitet haben. Sein Schleifstein ist auf einem Wagen montiert und wird genau wie der Dreschkasten per Riemen von einem Generator angetrieben.
Gegenüber qualmt es aus der Esse der Feldschmiede, und aus dem Ofenrohr des großen Waschkessels der Waschfrauen aus Vielstedt zieht ebenfalls Qualm ab. Wäsche kochen, am Waschbrett schrubben, schleudern, plätten, bügeln – all das war einst harte Arbeit, stellen Kinder und Erwachsene beim Mithelfen fest. Seile drehen an der Mini-Reeperbahn, eine große Tombola und Flohmarkt- und Handwerksstände gehörten ebenfalls zum Programm des Dreschfests, das die Freunde alter Landmaschinen und der Landvolkverein Minsen-Wiarden-St. Joost organisiert hatten.
