In der Gemeinde Ganderkesee gibt es viele erfolgreiche junge Unternehmer. Einige haben die Firma von ihrer Familie übernommen, andere sind selbst klein angefangen. Letzteres gilt für Volker Kreye (37), den Gründer und Inhaber von „Garten- und Landschaftsbau Kreye GmbH & Co KG“. Aufgewachsen ist er zusammen mit seinem sieben Jahre älteren Bruder Holger in Immer, wo sein Vater Detmar selbstständiger Elektriker und Elektroinstallateur war.
Als Volker Kreye vier Jahre alt war, kam er eines Tages von einem Bauern mit einer kleinen Katze zurück. Einige Monate später brachte er ein Ferkel mit nach Hause. Der „kleine Tierpark“ bekam ständig Zuwachs. Auf den Weiden neben seinem Elternhaus liefen Mufflons, Schafe und Ziegen. Selbst Waschbären waren dort zu bewundern.
Schon beim kleinen Tierfreund kam aber auch der Geschäftsmann durch: Tiere wurden verkauft und von dem Erlös neue erworben. Als Jugendlicher fuhr Volker in seiner Freizeit mit dem Mofa und der Schermaschine los und schor viele Schafe im ganzen Landkreis Oldenburg. So besserte er sein Taschengeld auf.
Tiere und Natur hatten es ihm schon immer angetan. Da sein Schulabschluss aber nicht für ein Studium zum Tierarzt reichte, machte er bei Uwe Krebs in Uhlhorn eine Lehre als Gärtner in Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau. An diese Zeit denkt Kreye noch heute sehr gerne zurück. Denn hier konnte er kreativ sein, war immer an der frischen Luft und hatte dazu ständigen Kontakt mit den Kunden.
Nach der Ausbildung sammelte er als Geselle in mehreren Betrieben im Garten- und Landschaftsbau, aber auch im Tief- und Straßenbau, seine Erfahrungen. „Während dieser Zeit habe ich sehr viel Gutes aber auch sehr viel Schlechtes mitbekommen“, erzählte Volker Kreye mir. „Der Umgang mit den Mitarbeitern und auch mit den Kunden ließ sehr oft zu wünschen übrig. Baustellen waren schlecht vorbereitet, zudem mussten wir mit schlechtem Werkzeug arbeiten. Einige dieser Firmen gibt es heute nicht mehr, was mich auch nicht wundert!“
Da er zunächst keinen Studienplatz (Landschaftsarchitektur) bekommen konnte, machte er sich im März 1996 selbstständig. Als Kreye dann an der Fachhochschule in Osnabrück doch noch einen Platz ergatterte, nutzte er Wochenenden und Semesterferien, um mit Studienkollegen in der eigenen Firma praktische Erfahrung zu sammeln. Die erste Maschine wurde angeschafft und in Immer eine alte Scheune angemietet. Mit dem Erlös aus seiner Firma konnte er sich das Studium finanzieren, das er Anfang 2001 abschloss. Zudem machte er noch den Handwerksmeister im Tief- und Straßenbau.
Im Sommer 2002 stellte Volker Kreye den ersten Gesellen und seinen ersten Auszubildenden ein. Sein zweiter Auszubildender Stefan Hatscher wurde gleich Landessieger in Niedersachsen. Sowohl Hatscher wie auch sein erster Geselle Thorsten Riedebusch gehören noch heute zum Team von Volker Kreye.
Das Gelände in Immer wurde zu klein und so zog das junge Unternehmen 2004 in die Wagnerstraße nach Ganderkesee, wo Kreye den ehemaligen Bauhof der Gemeinde Ganderkesee kaufen konnte. Heute hat „Garten- und Landschaftsbau Kreye über 40 Mitarbeiter. Das Angebot reicht von der Gartengestaltung, Gartenpflege, Garten- und Landschaftsbau, Biopool/Sauna bis hin zum Tief- und Straßenbau. Im Winter bei Eis und Schnee ist im Garten- und Landschaftsbau nicht viel zu bewegen, dann ist die Firma von Volker Kreye für Räumdienste unterwegs.
„Wie siehst Du Dich als Chef?, ist meine Frage. ,,Fair und gerecht, antwortet er. Jedes Jahr zu Weihnachten bittet er alle Mitarbeiter zu einem Gespräch unter vier Augen in sein Büro. Dann wird das Jahr analysiert und Volker Kreye zeigt dem Mitarbeiter auf, was gut war und was unter Umständen noch besser werden kann. „Es ist auch schon vorgekommen, dass ich Mitarbeiter bei diesem Gespräch sagen musste, dass die Zusammenarbeit beendet ist.“
Besonders stolz war Volker Kreye in diesem Jahr auf seine beiden Auszubildenden Carl Leffers (inzwischen Geselle) und Sebastian Ibbeken. Beiden waren nicht nur Sieger des Landes Niedersachsen beim Berufswettkampf, sondern auch Vize-Bundessieger. „Von nichts kommt nichts, heißt ein Sprichwort.
Die Woche hat für Volker Kreye oft 90 Arbeitsstunden und mehr. Da bleibt wenig Zeit für seine Lebensgefährtin Hilke Tapken und die vierjährigen Drillinge Femke, Marieke und Thore. „Ich möchte von meiner Familie zumindest etwas mehr haben und daher bekomme ich im Frühjahr eine Assistentin, die mich entlasten soll.“
Wer Volker Kreye kennt, der ahnt: Ohne Arbeit und Stress wird es bei ihm trotzdem nicht gehen.
