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Gesundheit Vor dem Schlafen Milch mit Honig

Gabriele Ittmann

Nordenham - Damit hatten die Veranstalter nicht gerechnet. Rund 50 Besucher sind jetzt zur ersten Veranstaltung der Nordenhamer Senioren-Uni ins Vita-Forum gekommen. Gemeinsam mit der Kreisvolkshochschule hat das Vita-Forum die Veranstaltungsreihe NeLe (Neues Lernen) ins Leben gerufen. „Ein toller Auftakt“, freuten sich Sylke Bohlen von der KVHS und Daniel El Khatib, Marketingleiter beim Vita-Forum.

Wichtig für Wohlbefinden

„Schlafen und Durchschlafen“ lautete das Thema von Dr. Marcus Riedel. Er ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Psychotherapie und Betriebsmedizin.

Was ist gesunder Schlaf? Warum müssen wir überhaupt schlafen? Und was geschieht, wenn wir uns zur Ruhe legen mit unserem Gehirn und unseren Körperfunktionen? Eine erholsame Nachtruhe sei Grundvoraussetzung für seelisches und körperliches Wohlbefinden, sagte der Mediziner.

Lange Zeit wurde der Schlaf als inaktiver Zustand des Menschen betrachtet, als eine Sonderstellung zwischen Leben und Tod. Er sei zwar ein Zustand der äußeren Ruhe, denn in bestimmten Phasen würden Blutdruck, Atemfrequenz und Puls sinken. Im sogenannten REM-Schlaf erhöht sich jedoch die Gehirnaktivität. In diesen von Träumen durchzogenen Phasen sind die Muskeln zwar entspannt, schnelle Augenbewegungen weisen jedoch auf eine erhöhte Tätigkeit des Gehirns hin, der Stoffwechsel erhöht sich: „Diese wichtigen Phasen sind für die Entwicklung des Gehirns und der Erhaltung wichtiger körperlicher Funktionen wie dem des Immunsystem von entscheidender Bedeutung“, bekräftigte Marcus Riedel.

„Wir müssen schlafen, um zu überleben“, machte der Arzt deutlich, Schlafentzug sei ein Foltermittel und führe letztendlich zum Tod. Unsere innere Uhr ist verantwortlich für den Schlaf-Wach-Rhythmus, der genau wie die Schlafdauer bei jedem Menschen unterschiedlich sei. Experten unterscheiden zwischen Frühaufstehern (Nachtigallen) und Spätaufstehern (Eulen). Arbeiten im Schichtdienst sei für einen gesunden Schlaf eher hinderlich. Dadurch gerate die innere Uhr durcheinander. Eine gesunde Nachtruhe sei wie eine Reset-Taste für den Körper, erläuterte der Referent. Erlebnisse des Tages würden verarbeitet, Entgiftungsvorgänge und hormonelle Steuerungen des Körpers finden nachts statt.


Nicht mit vollem Magen

Der Mediziner legte seinen Zuhörern nahe, einige Regeln der Schlafhygiene zu beachten und warnte zugleich, dass fast alle Schlafmittel den gesunden Schlafrhythmus mit seinen verschiedenen Phasen verhindern würden. Bei Schlafstörungen sollte man vor dem Zubettgehen auf Kaffee, schwarzen Tee oder andere koffeinhaltige Getränke verzichten.

Auch ein voller Magen könne für eine erholsame Nachtruhe hinderlich sein. Ein kleines „Betthupferl“ sei jedoch durchaus sinnvoll. Denn Nahrungsmittel wie Milch, Bananen oder Schokolade enthalten L-Tryptophan, ein Stoff der im Gehirn eine Rolle bei der Schlafregulation spielt. Um dorthin zu gelangen, braucht er allerdings ein Zuckermolekül. Heiße Milch mit Honig vor dem Schlafen gehen zu trinken, hat also durchaus seinen Sinn.

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