Itzehoe - Der bisherige Prokon-Chef und Unternehmensgründer Carsten Rodbertus muss das angeschlagene Windkraft-Unternehmen verlassen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin hat ihn sowie als zweiten Vertriebsleiter Rüdiger Gronau gefeuert und mit sofortiger Wirkung von der Arbeit freigestellt. „Die Tätigkeiten von Rodbertus und Gronau für die Genossenschaft sowie ihre jüngsten Äußerungen über Prokon haben keinen Raum mehr für eine konstruktive Zusammenarbeit gelassen“, sagte der Hamburger Rechtsanwalt am Dienstag.
Penzlin bestätigte, sämtliche Mitarbeiter des Unternehmens in Itzehoe in einer Mail informiert zu haben. Prokon-Gründer Rodbertus wird demnach auch in sämtlichen Tochtergesellschaften der Prokon Regenerative Energien als Geschäftsführer abberufen. In der Mail Penzlins heißt es, er bedauere diesen Schritt, er sei aber notwendig, „um wieder die für die Sanierung erforderliche Ruhe ins Unternehmen zu bringen“.
Rodbertus hatte jüngst die Gründung einer Genossenschaft auf den Weg gebracht und über Medien die Hoffnung geäußert, unter bestimmten Voraussetzungen Geschäftsbereiche von Prokon dort weiterführen zu können. So konnte der Eindruck entstehen, die mit 1,4 Milliarden Euro Genussrechtskapital von 74 000 Anlegern finanzierte Prokon ließe sich in eine Genossenschaft umwandeln. Penzlin stellte klar, das dies in einem vorläufigen Insolvenzverfahren rechtlich ausgeschlossen ist.
Im Januar hatte die Prokon Regenerative Energien GmbH – eine von mehreren Prokon-Firmen – einen Insolvenzantrag gestellt. Rodbertus hatte Prokon 1995 gegründet.
