Am 5. Mai ist „Hauttag“ in Deutschland. Fragen dazu an die Hautärzte Detlef Urbanke und Kirsten Schmick.
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Von Markus Minten
Frage:
Frau Schmick, Herr Urbanke, am Montag ist „Euro Melanoma-Tag“. Was verbirgt sich dahinter?
Schmick:
An diesem Tag bieten wir – wie bundesweit viele Hautärzte – eine freie Sprechstunde an, in der sich jeder auf Hautkrebs untersuchen lassen kann. Die Untersuchung kostet nichts und tut nicht weh. Man muss nur ein bisschen Zeit mitbringen, die Krankenkassenkarte sowie eine Überweisung vom Hausarzt oder die 10-Euro-Praxisgebühr.
Frage:
Warum ist eine solche Untersuchung wichtig?
Schmick:
Die Fälle von Hautkrebs nehmen immer mehr zu. Insbesondere der weiße Hautkrebs, aber auch der schwarze, das Melanom. Das hat vor allem mit dem Freizeitverhalten zu tun. Schon die frühkindliche Sonnenbestrahlung ist bei der Entstehung der Krankheit sehr entscheidend.
Urbanke:
Um es deutlich zu sagen: Wir haben in unserer Praxis pro Woche im Durchschnitt einen Patienten mit einem Melanom, mit weißem Hautkrebs ungefähr ein Dutzend. Für Ganderkesee finde ich solche Zahlen ziemlich beängstigend.
Frage:
Und was kann ein solches Screening bewirken?
Schmick:
Früh genug erkannt, ist Hautkrebs in fast 100 Prozent der Fälle heilbar.
Frage:
An wen wendet sich das Angebot?
Urbanke:
Ganz klar an alle. Leider übernehmen die Krankenkassen künftig die Hautkrebsvorsorge erst ab 35 Jahren und dann alle zwei Jahre. Sowohl das Alter ist viel zu hoch – unsere jüngste Melanom-Patientin ist neun Jahre alt – als auch der Abstand zwischen den Untersuchungen zu groß. Aus unserer Sicht wäre eine jährliche Vorsorge mindestens ab 20 Jahren wünschenswert. Und die 22 Euro dafür sollte jeder übrig haben, so lange die Kasse nicht zahlt. Unsere größte „Problemgruppe“ etwa sind Frauen zwischen 25 und 45 Jahren. Die sind deutlich überrepräsentiert, auch wenn nicht klar ist, warum.
Schmick:
Aber auch schon ganz kleine Kinder sollten vorgestellt werden, wenn sie viele Muttermale haben.
Frage:
Früher hieß es, bei Veränderungen der Haut oder bei bestimmten Formen von Muttermalen sollte man sich beim Hautarzt vorstellen. Reicht das nicht aus?
Urbanke:
Auf keinen Fall. Selbst für Hautärzte kann eine Leberfleckbeurteilung mitunter ausgesprochen schwierig sein. Für Laien ist das unmöglich. Neben regelmäßiger Vorsorge gilt: Beim leisesten Verdacht kommen. Wenn der Leberfleck erstmal blutet, ist es oft zu spät.