[VORSPANN] - Für den angeschlagenen Autobauer Karmann in Osnabrück gibt es nach Ansicht des Betriebsrates Hoffnung auf einen Großauftrag. Die Belegschaftsvertretung habe die Mitarbeiter am Dienstag per Aushang informiert, dass Karmann möglicherweise einen Auftrag für die Produktion eines Komplettfahrzeugs bekomme, teilte die IG Metall am Mittwoch mit und bestätigte damit mehrere Zeitungsberichte vom selben Tag. Dies betreffe das Osnabrücker Werk.

Der Auftrag könne die Beschäftigung dort für fünf Jahre sichern. Die Chance, den Zuschlag zu bekommen, werde vom Betriebsrat als realistisch angesehen, hieß es in dem Aushang. Namen wurden nicht genannt. Karmann-Sprecher Christian Eick wollte nur bestätigen, dass es in den vergangenen Monaten Gespräche mit mehreren Automobilherstellern gab.

Anfang Oktober hatte der Autobauer angekündigt, mangels Aufträgen 1770 seiner 5000 Stellen in Osnabrück und Rheine streichen zu wollen. Weitere 800 gelten 2008 als gefährdet.

Unterdessen hat Porsche-Chef Wendelin ein angespanntes Verhältnis zu Karmann eingeräumt. „Die Atmosphäre ist nicht toll“, sagte Wiedeking. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hatte Porsche und Karmann Anfang des Monats in einem Zeitungsinterview aufgefordert, „atmosphärische Störungen“ zu beseitigen.

Wulff setzt sich seit langem dafür ein, dass Volkswagen Aufträge an Karmann vergibt. Medienberichten zufolge sollen die Pläne vor allem bei Wiedeking, der den Großaktionär Porsche im VW-Aufsichtsrat vertritt, auf Widerstand stoßen. Beide Firmen hatten vor Jahren um einen angeblichen Ideenklau gestritten.